Pflanzliches Öl

Cocos Nucifera Oil
Pflanzliches Öl (Kaltpressung oder raffiniert)

Cocos Nucifera Oil ist Wird aus dem getrockneten Fruchtfleisch (Kopra) der Kokosnuss durch Kaltpressung oder Raffination gewonnen. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

CAS: 8001-31-8  |  Auch bekannt als: Kokosöl, Kokosnussöl, Coconut Oil, Copra Oil, Virgin Coconut Oil (nativ/kaltgepresst), Refined Coconut Oil (raffiniert)
Stoffklasse Pflanzliches Öl (Kaltpressung oder raffiniert)
INCI-Name Cocos Nucifera Oil
CAS-Nummer 8001-31-8
Komedogenitaet Grad 4 (hoch komedogen auf einer Skala 0-5)

Was ist Cocos Nucifera Oil?

Kokosöl (Cocos Nucifera Oil) ist eines der am besten erforschten pflanzlichen Öle der Kosmetik – mit einer einzigartigen Fettsäure-Zusammensetzung, die es von allen anderen Pflanzenölen unterscheidet. Während die meisten Öle reich an ungesättigten Fettsäuren sind, besteht Kokosöl zu über 90% aus gesättigten mittelkettigen Fettsäuren (MCFAs), insbesondere Laurinsäure (45-53%). Diese Struktur verleiht dem Öl außergewöhnliche antimikrobielle Eigenschaften – Laurinsäure zerstört die Lipidmembran von Bakterien und Pilzen – sowie eine extreme Oxidationsstabilität. In der traditionellen tropischen Medizin seit Jahrtausenden als Heil- und Pflegemittel eingesetzt, belegen moderne Studien die Wirksamkeit bei atopischer Dermatitis, Hautbarriere-Störungen und als Haar-Proteinschutz. Die hohe Komedogenität (Grad 4) macht es jedoch für fettige Gesichtshaut ungeeignet – ideal ist Kokosöl für Körperpflege, trockene Haut und intensive Haarbehandlungen.

Wusstest du? Kokosöl ist das einzige pflanzliche Öl, das nachweislich die Proteinstruktur von Haaren stabilisiert und Proteinverlust beim Waschen um bis zu 40% reduziert – kein anderes Öl (auch nicht Argan- oder Jojobaöl) zeigt diesen Effekt in wissenschaftlichen Studien. Der Grund: Nur Laurinsäure hat die perfekte Molekülgröße, um in den Haar-Cortex einzudringen und an Keratinstrukturen zu binden.

Woher kommt Cocos Nucifera Oil?

Wird aus dem getrockneten Fruchtfleisch (Kopra) der Kokosnuss durch Kaltpressung oder Raffination gewonnen. Kaltgepresstes (natives) Kokosöl behält den charakteristischen Kokosduft und mehr Polyphenole, während raffiniertes Kokosöl geruchsneutral ist und einen höheren Rauchpunkt aufweist. Der botanische Name lautet Cocos nucifera (Familie: Arecaceae (Palmengewächse)). Verwendet wird: Fruchtfleisch (Kopra) der reifen Kokosnuss. Hauptherkunftsregionen: Tropisches Asien, Pazifikinseln, Karibik, Westafrika. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt Cocos Nucifera Oil auf zellulaerer Ebene?

Die hohe Konzentration an Laurinsäure (mittelkettige Fettsäure) ermöglicht es dem Öl, aufgrund der kleineren Molekülgröße tief in die Hautbarriere einzudringen und Ceramid-Lücken zu füllen. Laurinsäure wird enzymatisch zu Monolaurin umgewandelt, das die Lipidmembran von Bakterien (insbesondere Propionibacterium acnes, Staphylococcus aureus) und Pilzen destabilisiert – ein natürlicher antimikrobieller Effekt. Die gesättigten Fettsäuren sind oxidationsstabil und schützen mehrfach ungesättigte Fettsäuren in der Haut vor Lipidperoxidation.

So wirkt Cocos Nucifera Oil auf deine Haut

Hautbarriere-Reparatur

Mittelkettige Fettsäuren (C8-C14) penetrieren zwischen Korneozyten und füllen Lücken in der Lipidmatrix. Studien zeigen eine Erhöhung der Ceramid-Synthese in Keratinozyten um bis zu 30% nach 7-tägiger Anwendung. Die okklusive Wirkung reduziert transepidermalen Wasserverlust messbar innerhalb von 2 Stunden.

Antimikrobielle Aktivität

Laurinsäure und ihr Metabolit Monolaurin lysieren die Lipidmembran gram-positiver Bakterien (Staphylococcus aureus, Propionibacterium acnes) und besitzen fungizide Wirkung gegen Candida-Arten. In vitro-Studien zeigen eine Reduktion der bakteriellen Zellzahl um 90% bei Konzentrationen ab 1%. Dies macht Kokosöl besonders wertvoll bei zu Akne neigender Körperhaut – allerdings nicht fürs Gesicht wegen hoher Komedogenität.

Antioxidativer Schutz

Native Varianten enthalten Tocopherole (Vitamin E) und Polyphenole wie Ferulasäure, die reaktive Sauerstoffspezies (ROS) abfangen. Studien an UV-exponierter Haut zeigen eine Reduktion von Malondialdehyd (Marker für Lipidperoxidation) um 40%. Das Öl schützt mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Zellmembranen vor oxidativem Stress.

Anti-inflammatorische Wirkung

Kokosöl hemmt die Cyclooxygenase-2 (COX-2) und reduziert die Prostaglandin-E2-Synthese – ein Mechanismus, der Entzündungsreaktionen dämpft. Klinische Studien bei atopischer Dermatitis zeigen nach 8 Wochen eine signifikante Reduktion des SCORAD-Index (Schweregrad-Score) im Vergleich zu Mineralöl.

Intensive Okklusion

Mit einem Schmelzpunkt von ca. 24°C bildet Kokosöl bei Hauttemperatur einen semi-okklusiven Film, der Feuchtigkeit einschließt ohne vollständig abzudichten. Messungen zeigen eine TEWL-Reduktion von 15-25% über 8 Stunden – vergleichbar mit Petrolatum, aber mit besserer sensorischer Akzeptanz.

Fettsaeureprofil von Cocos Nucifera Oil

Laurinsäure (C12:0)
45-53%
Myristinsäure (C14:0)
16-21%
Palmitinsäure (C16:0)
7-10%
Caprylsäure (C8:0)
5-9%
Caprinsäure (C10:0)
4-8%
Ölsäure (C18:1, Omega-9)
5-8%
Stearinsäure (C18:0)
2-4%
Linolsäure (C18:2, Omega-6)
1-3%

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 1-100% je nach Formulierung. In Leave-on-Produkten oft 2-10% als Emollient, in Haarpflege bis 100% als Intensivkur, in Cleansern 5-20% als Co-Tensid
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäß EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009

Fuer wen ist Cocos Nucifera Oil geeignet?

Trockene Haut

Die hohe Konzentration gesättigter Fettsäuren bildet einen okklusiven Film, der transepidermalen Wasserverlust (TEWL) nachweislich um bis zu 20% reduziert.

Reife Haut

Polyphenole und Vitamin E in nativem Kokosöl neutralisieren freie Radikale und schützen Kollagenfasern vor oxidativem Abbau durch UV-Strahlung.

Empfindliche Haut

Die antimikrobiellen Eigenschaften der Laurinsäure stabilisieren das Hautmikrobiom, ohne aggressive Tenside zu benötigen – ideal für irritationsanfällige Haut.

Körperhaut

Klinische Studien zeigen signifikante Verbesserung bei atopischer Dermatitis (Neurodermitis) durch Stärkung der Hautbarriere und Reduktion von Staphylokokken-Besiedlung.

Cocos Nucifera Oil in deiner Routine

Körperpflege nach dem Duschen

1-2 Teelöffel auf noch leicht feuchte Haut auftragen (Wasser-in-Öl-Emulsion). Die Restfeuchtigkeit wird durch den okklusiven Film eingeschlossen. Besonders wirksam bei Xerosis (sehr trockener Haut) und Neurodermitis.

Intensive Haarkur

2-3 Esslöffel in Längen und Spitzen einmassieren, mindestens 30 Minuten (ideal über Nacht) einwirken lassen. Kokosöl dringt ins Haar-Cortex ein und reduziert Proteinverlust beim Waschen um bis zu 40% – wissenschaftlich belegt durch Studien mit radioaktiv markierten Proteinen.

Ölreinigung (Oil Cleansing)

Erbsengroße Menge auf trockene Haut auftragen, Make-up und Sonnenschutz lösen sich durch Lipophilie. Mit warmem Wasser emulgieren und abspülen. Nur für Körper oder nicht zu Akne neigende Haut – im Gesicht Komedogenität beachten!

Lippenpflege bei Trockenheit

Dünne Schicht auf die Lippen auftragen. Die okklusive Wirkung verhindert Feuchtigkeitsverlust, Laurinsäure wirkt antimikrobiell gegen Herpes-simplex-Viren (in vitro nachgewiesen). Bei rissigen Lippen über Nacht einwirken lassen.

Lagerung: Extrem oxidationsstabil durch hohen Anteil gesättigter Fettsäuren – Haltbarkeit von nativem Kokosöl bei Raumtemperatur 2-3 Jahre, raffiniert bis 5 Jahre. Keine besondere Lichtschutz-Lagerung nötig. Bei Temperaturen über 24°C flüssig, darunter fest – mehrfaches Schmelzen/Erstarren beeinträchtigt die Qualität nicht. Natives Öl kann bei langer Lagerung leicht ranzig werden (Polyphenol-Abbau), raffiniertes bleibt länger stabil.

RAU Cosmetics Produkte mit Cocos Nucifera Oil

Haeufige Fragen zu Cocos Nucifera Oil

Warum ist Kokosöl komedogen, obwohl es antimikrobiell wirkt?

Die Komedogenität entsteht durch die hohe Konzentration gesättigter Fettsäuren (>90%), die bei öliger Haut die Poren verschließen und den Talg-Abfluss blockieren. Die antimikrobielle Wirkung gegen P. acnes ist zwar real, wird aber durch die okklusive Barriere konterkariert – es entsteht ein anaerobes Milieu, das Akne-Bakterien begünstigt. Daher ist Kokosöl nur für Körperhaut bei Akne sinnvoll, nicht fürs Gesicht.

Warum wird Kokosöl bei 24°C fest – ist das ein Qualitätsproblem?

Nein, das ist eine natürliche Eigenschaft. Kokosöl besteht zu über 90% aus gesättigten Fettsäuren, die bei Raumtemperatur kristallisieren. Der Schmelzpunkt liegt je nach Fettsäure-Zusammensetzung zwischen 23-26°C. Natives Kokosöl kann sogar leicht höhere Schmelzpunkte haben (mehr Stearinsäure). Dies hat keinen Einfluss auf die Wirksamkeit – im Gegenteil, die feste Form schützt vor Oxidation.

Unterscheidet sich natives von raffiniertem Kokosöl in der Hautpflege-Wirkung?

Ja, signifikant. Natives (kaltgepresstes) Kokosöl enthält Polyphenole, Tocopherole und andere sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ wirken – raffiniertes Öl verliert diese bei der Desodorierung (>200°C). Die Fettsäure-Zusammensetzung ist identisch, aber der antioxidative Schutz ist bei nativem Öl um 60-80% höher. Raffiniertes Öl ist allerdings geruchsneutral und für parfümierte Formulierungen besser geeignet.

Kann Kokosöl Sonnenbrand lindern – hat es einen SPF?

Kokosöl hat einen minimalen natürlichen Lichtschutzfaktor von ca. SPF 2-4 (blockt <25% UVB), der für echten Sonnenschutz völlig unzureichend ist. Zur Behandlung nach Sonnenbrand ist es jedoch wertvoll: Die anti-inflammatorischen Eigenschaften (COX-2-Hemmung) reduzieren Rötung, die okklusive Wirkung verhindert Austrocknung der geschädigten Haut, und Antioxidantien bekämpfen freie Radikale. Niemals als Sonnenschutz verwenden, aber als After-Sun sinnvoll.

Warum penetriert Kokosöl besser ins Haar als andere Öle?

Die dominierenden Laurinsäure-Moleküle (C12) haben die ideale Kettenlänge und Affinität zu Haarkeratin, um in den Cortex einzudringen. Studien mit Fluoreszenz-Mikroskopie zeigen, dass Kokosöl bis zu 3-mal tiefer penetriert als Sonnenblumen- oder Mineralöl. Es bindet an Proteinstrukturen und reduziert die Hygroexpansion (Aufquellen durch Wasser) – dadurch werden mechanische Schäden beim Kämmen um bis zu 40% reduziert.

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