Chelatbildner

DISODIUM EDTA
Synthetischer Chelatbildner (Komplexbildner)

DISODIUM EDTA ist Disodium EDTA wird synthetisch aus Ethylendiamin, Formaldehyd und Natriumcyanid hergestellt. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

CAS: 139-33-3  |  Auch bekannt als: EDTA Disodium Salt, Ethylenediaminetetraacetic Acid Disodium Salt, Dinatriumethylendiamintetraacetat, Disodium Edetate, Edetic Acid Disodium Salt, Versene NA, Sequestrene NA2
Stoffklasse Synthetischer Chelatbildner (Komplexbildner)
INCI-Name DISODIUM EDTA
CAS-Nummer 139-33-3
Komedogenitaet Grad 0 (nicht komedogen)

Was ist DISODIUM EDTA?

Disodium EDTA ist das Arbeitstier unter den kosmetischen Hilfsstoffen – unsichtbar, aber unverzichtbar. Als Chelatbildner fängt dieser synthetische Komplexbildner mehrwertige Metallionen wie Eisen, Kupfer, Calcium und Magnesium ab, die aus Rohstoffen, Produktionsequipment oder Leitungswasser in Formulierungen gelangen. Diese Metallionen wirken als Katalysatoren für Oxidationsprozesse und würden ohne EDTA empfindliche Wirkstoffe wie Vitamin C, Retinol oder Pflanzenöle innerhalb kürzester Zeit abbauen. Disodium EDTA bildet mit diesen Ionen stabile, inaktive Komplexe und verhindert so Verfärbungen, Ranzigwerden und Wirksamkeitsverlust. Zudem verstärkt es die Wirkung von Konservierungsstoffen, indem es die Zellwände von Bakterien destabilisiert. In Shampoos neutralisiert es Wasserhärte und verbessert Schaum und Ausspülbarkeit. Seit den 1950er Jahren ein Standard in der Kosmetikformulierung.

Wusstest du? EDTA wurde ursprünglich 1935 entwickelt, um die Textilindustrie vor Kalkablagerungen zu schützen. Erst später entdeckte man seine Fähigkeit, Schwermetallvergiftungen zu behandeln – heute ist Calcium-Disodium-EDTA ein zugelassenes Gegenmittel bei Blei- und Quecksilbervergiftungen in der Notfallmedizin.

Woher kommt DISODIUM EDTA?

Disodium EDTA wird synthetisch aus Ethylendiamin, Formaldehyd und Natriumcyanid hergestellt. Es ist das Dinatriumsalz der Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA), eines der am weitesten verbreiteten Chelatbildner in der Kosmetikindustrie. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt DISODIUM EDTA auf zellulaerer Ebene?

Disodium EDTA bindet mehrwertige Metallionen (wie Calcium, Magnesium, Eisen, Kupfer) durch Bildung stabiler Chelatkomplexe. Diese Metallionen würden normalerweise als Katalysatoren die Oxidation von Ölen und Wirkstoffen beschleunigen oder die Wirksamkeit von Konservierungsmitteln beeinträchtigen. Durch die Chelatbildung werden diese Ionen 'eingefangen' und inaktiviert, was die Stabilität und Haltbarkeit der gesamten Formulierung erhöht. Zusätzlich destabilisiert EDTA die äußere Zellwand gramnegativer Bakterien, wodurch es die Wirkung von Konservierungsstoffen verstärkt (synergistischer Effekt).

So wirkt DISODIUM EDTA auf deine Haut

Formulierungs-Stabilisator

Bindet Metallionen aus Wasser und Rohstoffen, die als Katalysatoren Oxidationsprozesse beschleunigen würden. Ohne Chelatbildner würden viele Öle, Vitamine (besonders Vitamin C) und andere empfindliche Wirkstoffe innerhalb weniger Wochen ranzig werden oder ihre Wirksamkeit verlieren. Disodium EDTA verlängert so die Haltbarkeit von Kosmetika erheblich.

Konservierungsverstärker

Destabilisiert die Zellwand gramnegativer Bakterien durch Entzug essentieller Metallionen (vor allem Magnesium und Calcium). Dadurch können Konservierungsstoffe wie Phenoxyethanol oder organische Säuren leichter in die Bakterienzelle eindringen und diese abtöten. Dies ermöglicht niedrigere Konservierungsstoff-Dosierungen.

Wasserhärte-Neutralisierung

Bindet Calcium- und Magnesiumionen aus hartem Wasser, die sonst mit anionischen Tensiden (Reinigungssubstanzen) unlösliche Kalkseifen bilden würden. In Shampoos und Reinigungsprodukten sorgt dies für bessere Schaumbildung, leichteres Ausspülen und verhindert das Gefühl von 'Seifenresten' auf Haut und Haar.

Farbstabilität

Verhindert Verfärbungen durch Metallionen-katalysierte Oxidation. Eisen- und Kupferspuren aus Rohstoffen oder Produktionsequipment können besonders helle Cremes oder Seren gelblich oder bräunlich verfärben. EDTA fängt diese Ionen ab und erhält die ursprüngliche Produktfarbe.

pH-Puffer-Unterstützung

Wirkt als schwacher pH-Puffer im leicht alkalischen Bereich (pH 4-6) und unterstützt so die Stabilität pH-empfindlicher Wirkstoffe. Die Chelatbildung selbst ist pH-abhängig und funktioniert am besten im neutralen bis leicht basischen Milieu.

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 0.01-0.5% in den meisten Formulierungen, typisch 0.1-0.2%
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäß EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Als Chelator zugelassen und in kosmetischen Mitteln weit verbreitet.

Fuer wen ist DISODIUM EDTA geeignet?

Empfindliche Haut

Stabilisiert Formulierungen und verhindert Metallionen-katalysierte Hautreizungen durch oxidierte Inhaltsstoffe.

Unreine Haut

Verstärkt die Wirkung antimikrobieller Konservierungsstoffe und trägt so zur Produktsicherheit bei.

Reife Haut

Schützt antioxidative Anti-Aging-Wirkstoffe vor vorzeitigem Abbau durch Metallionen-katalysierte Oxidation.

Mischhaut

Kompatibel mit allen Hauttypen ohne eigene hautwirksame Effekte – reine Stabilisierungsfunktion.

DISODIUM EDTA in deiner Routine

Unsichtbarer Helfer

Disodium EDTA ist ein funktionaler Hilfsstoff, den du nicht separat anwenden kannst. Er wird vom Formulierer in Konzentrationen von 0.1-0.2% in deine Pflege eingearbeitet.

In fast jedem Produkt

Du findest EDTA in Cremes, Seren, Shampoos, Duschgels, Reinigungslotionen – überall dort, wo Wasser und empfindliche Wirkstoffe stabilisiert werden müssen.

Kein Aktivwirkstoff

EDTA hat keine direkten kosmetischen Effekte auf deine Haut. Seine Aufgabe ist rein technisch: Dafür sorgen, dass die eigentlichen Wirkstoffe stabil bleiben und ihre Arbeit tun können.

Kombination ist alles

Die beste Wirkung entfaltet EDTA in Kombination mit Antioxidantien (wie Vitamin E) und Konservierungsstoffen – ein Dreigespann für maximale Produktstabilität.

Lagerung: Disodium EDTA selbst ist sehr stabil, sowohl bei Raumtemperatur als auch bei Hitze. Es ist lichtunempfindlich und nicht oxidationsanfällig. Die Chelatbildung funktioniert am besten bei pH 4-6. Bei sehr niedrigem pH (<3) wird EDTA protoniert und verliert seine Bindungsfähigkeit. Bei sehr hohem pH (>10) kann es mit zweiwertigen Ionen unlösliche Salze bilden.

RAU Cosmetics Produkte mit DISODIUM EDTA

Haeufige Fragen zu DISODIUM EDTA

Ist EDTA bedenklich oder schädlich für die Haut?

Disodium EDTA gilt in kosmetischen Konzentrationen (0.01-0.5%) als sicher und nicht hautreizend. Die größte Diskussion dreht sich nicht um Hautverträglichkeit, sondern um Umweltaspekte: EDTA ist schwer biologisch abbaubar und kann in Kläranlagen Schwermetalle wieder mobilisieren. Aus diesem Grund setzen einige Naturkosmetik-Hersteller auf alternative Chelatbildner wie Phytinsäure oder Tetrasodium Glutamate Diacetate.

Warum gibt es verschiedene EDTA-Varianten (Disodium, Tetrasodium, Trisodium)?

Die Zahl der Natriumionen bestimmt die Wasserlöslichkeit und den pH-Bereich, in dem der Chelatbildner am besten funktioniert. Disodium EDTA (2 Na⁺) ist in Wasser mäßig löslich und arbeitet optimal bei pH 4-6, ideal für Hautpflegeprodukte. Tetrasodium EDTA (4 Na⁺) ist besser wasserlöslich und wird eher in alkalischen Shampoos und Reinigungsprodukten (pH 5-8) eingesetzt. Trisodium EDTA ist eine Zwischenform.

Kann EDTA die Aufnahme anderer Inhaltsstoffe in die Haut fördern?

Ja, EDTA kann als sogenannter 'Penetration Enhancer' wirken, indem es Calcium-Ionen aus den interzellulären Lipidschichten der Hornschicht bindet. Dies lockert die Hautbarriere vorübergehend und erleichtert das Eindringen anderer Moleküle. Dieser Effekt tritt aber nur bei höheren EDTA-Konzentrationen (>0.5%) auf und ist bei typischen kosmetischen Dosierungen (0.1-0.2%) vernachlässigbar.

Warum steht EDTA oft ganz am Ende der INCI-Liste?

Die Position in der INCI-Liste spiegelt die Konzentration wider – Inhaltsstoffe werden nach absteigender Menge sortiert. EDTA wird meist nur in sehr geringen Mengen (0.1-0.2%) eingesetzt, da seine chelatbildende Wirkung bereits bei niedrigen Konzentrationen effektiv ist. Mehr EDTA bedeutet nicht bessere Stabilität, sondern nur höhere Kosten und potentiell unnötige Umweltbelastung.

Gibt es natürliche Alternativen zu synthetischem EDTA?

Ja, als Chelatbildner aus natürlichen Quellen werden zunehmend Phytinsäure (aus Getreide, Hülsenfrüchten), Zitronensäure, Milchsäure oder Gluconsäure eingesetzt. Auch Aminosäuren-basierte Chelatoren wie Tetrasodium Glutamate Diacetate (GLDA) sind biologisch besser abbaubar. Allerdings ist die Chelatbildungs-Stärke dieser Alternativen oft geringer als die von EDTA, sodass höhere Konzentrationen nötig sind.

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