Filmbildner

GLYCERYL POLYMETHACRYLATE
Synthetisches Filmbildner-Polymer

GLYCERYL POLYMETHACRYLATE ist Wird durch radikalische Polymerisation von Methacrylsäure-Estern mit Glycerin als modifizierendem Baustein synthetisch hergestellt. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

CAS: 113078-14-1  |  Auch bekannt als: PVM/MA Decadiene Crosspolymer (verwandtes Polymer), Glycerin-Polymethacrylat, Polymethacrylsäure-Glycerinester, Film-forming Polymer (generisch)
Stoffklasse Synthetisches Filmbildner-Polymer
INCI-Name GLYCERYL POLYMETHACRYLATE
CAS-Nummer 113078-14-1
Qualitaet EU-Kosmetikverordnung konform

Was ist GLYCERYL POLYMETHACRYLATE?

Glyceryl Polymethacrylate ist ein synthetischer Filmbildner aus der Gruppe der modifizierten Polymethacrylate, der seit den 1990er Jahren in der Anti-Aging-Kosmetik eingesetzt wird. Das Besondere an diesem Polymer ist die Kombination aus Methacrylat-Einheiten für mechanische Stabilität und Glycerin-Komponenten für Hautaffinität und Feuchtigkeitsbindung. Anders als reine Acrylat-Polymere, die oft einen klebrigen Film hinterlassen, erzeugt Glyceryl Polymethacrylate einen flexiblen, atmungsaktiven Film mit sofortigem Straffungseffekt. Es wird häufig in "Instant Lift"-Seren und Augenpflege-Produkten verwendet, wo ein sichtbarer Sofort-Effekt gewünscht ist. Die wasserlösliche Formulierung macht es zu einer beliebten Alternative zu Silikonen in naturkosmetik-orientierten Produkten.

Wusstest du? In der Filmindustrie wird eine verwandte Polymethacrylat-Formulierung verwendet, um Narben und Falten bei Schauspielern temporär unsichtbar zu machen – derselbe Mechanismus, den du in deiner Augencreme nutzt, wird also auch von Hollywood-Maskenbildnern eingesetzt.

Woher kommt GLYCERYL POLYMETHACRYLATE?

Wird durch radikalische Polymerisation von Methacrylsäure-Estern mit Glycerin als modifizierendem Baustein synthetisch hergestellt. Gehört zur Familie der Polymethacrylate, die seit den 1950er Jahren in der Kosmetik für ihre filmbildenden Eigenschaften geschätzt werden. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt GLYCERYL POLYMETHACRYLATE auf zellulaerer Ebene?

Bildet nach dem Auftragen auf die Haut einen dünnen, flexiblen Film, der durch Vernetzung der Polymerketten entsteht. Die Glycerin-Komponente sorgt für Hydrophilie und verbessert die Hautaffinität, während die Methacrylat-Einheiten für mechanische Stabilität sorgen. Der Film wirkt als Barriere gegen transepidermalen Wasserverlust (TEWL) und glättet optisch die Hautoberfläche durch Ausgleich von Mikrounebenheiten. Im Gegensatz zu Silikonen ist das Polymer wasserlöslich und hinterlässt keine okklusive Schicht.

So wirkt GLYCERYL POLYMETHACRYLATE auf deine Haut

Sofort-Straffung

Bildet innerhalb von Minuten nach dem Auftragen einen flexiblen, transparenten Film auf der Hautoberfläche. Dieser kontrahiert minimal beim Trocknen und erzeugt dadurch einen optischen Lifting-Effekt, der feine Linien vorübergehend glättet. Der Effekt hält bis zur nächsten Reinigung an und ist besonders in der Augenpartie sichtbar.

Feuchtigkeitsbarriere

Die Polymerketten bilden ein dreidimensionales Netzwerk, das die Verdunstung von Wasser aus der Hornschicht reduziert. Die integrierten Glycerin-Einheiten ziehen zusätzlich Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft an und binden diese in der Filmschicht. Dies führt zu einer messbaren Verbesserung der Hautfeuchtigkeit um bis zu 20% nach 2 Stunden.

Schutz vor Umwelteinflüssen

Der Film wirkt als physikalische Barriere gegen Feinstaub, Pollen und andere Partikel, die sich auf der Hautoberfläche ablagern würden. Besonders in urbanen Umgebungen kann dies die Belastung der Haut durch Luftverschmutzung reduzieren und inflammatorische Reaktionen vorbeugen.

Trägersystem für Wirkstoffe

Kann als Matrix für hydrophile Wirkstoffe dienen und deren Freisetzung kontrollieren. Die Polymerketten verzögern die Diffusion von eingebetteten Substanzen und ermöglichen eine gleichmäßigere Wirkstoffabgabe über mehrere Stunden. Dies ist besonders bei irritativen Wirkstoffen wie Retinol oder AHA vorteilhaft.

Optische Weichzeichnung

Füllt mikroskopisch kleine Unebenheiten der Hautoberfläche aus und erzeugt eine glattere, reflektierende Oberfläche. Dies führt zu einem Soft-Focus-Effekt, der Poren und feine Linien weniger sichtbar macht. Der Effekt ist vergleichbar mit optischen Blurring-Pigmenten, aber ohne mineralische Zusätze.

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 0.5-5% in Seren und Gelen, 1-8% in Peel-off-Masken, 0.3-2% in Anti-Aging-Cremes
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäß EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009

Fuer wen ist GLYCERYL POLYMETHACRYLATE geeignet?

Reife Haut

Der Sofort-Straffungseffekt durch den Film mindert optisch feine Linien und lässt die Haut glatter erscheinen.

Trockene Haut

Reduziert den transepidermalen Wasserverlust durch die semi-okklusive Filmbildung ohne die Poren zu verstopfen.

Normale Haut

Eignet sich als leichter Filmbildner für tägliche Pflege, ohne die Haut zu beschweren oder einen fettigen Film zu hinterlassen.

Empfindliche Haut

Bildet eine Schutzschicht gegen äußere Reize und ist in der Regel gut verträglich, da es nicht in die Haut eindringt.

GLYCERYL POLYMETHACRYLATE in deiner Routine

Nach der Reinigung

Auf gereinigte, leicht feuchte Haut auftragen, damit sich der Film gleichmäßig verteilen kann. Eine erbsengroße Menge reicht für das gesamte Gesicht.

Vor Make-up

2-3 Minuten einziehen lassen, bis der Film komplett getrocknet ist. Der Film bildet eine glatte Grundlage für Foundation und verhindert das Absetzen in Linien.

Augenpartie gezielt behandeln

Mit dem Ringfinger sanft einklopfen, nicht reiben. Der Film verstärkt den Straffungseffekt besonders bei Krähenfüßen und Tränensäcken.

Nicht mit Ölen kombinieren

Keine Gesichtsöle oder sehr reichhaltige Cremes vor dem Auftragen verwenden, da diese die Filmbildung stören können. Öle können nach dem vollständigen Trocknen aufgetragen werden.

Lagerung: Relativ stabil bei Raumtemperatur. In wässrigen Formulierungen kann es bei pH < 4 oder > 9 zu Viskositätsveränderungen kommen. Gefrieren und Wiederauftauen kann die Polymerstruktur irreversibel schädigen – Produkte sollten nicht unter 5°C gelagert werden. Lichtunempfindlich, keine besonderen Lageranforderungen bezüglich UV-Schutz nötig.

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Haeufige Fragen zu GLYCERYL POLYMETHACRYLATE

Kann der Film von Glyceryl Polymethacrylate die Haut am Atmen hindern?

Nein, der Film ist semi-permeabel und lässt Wasserdampf und Gase passieren. Er ist deutlich durchlässiger als ein okklusiver Film aus Petrolatum oder Mineralöl. Die Haut kann weiterhin ihren natürlichen Stoffwechsel durchführen, während der transepidermale Wasserverlust um etwa 15-30% reduziert wird. Der Begriff 'Atmen' ist bei Haut ohnehin irreführend – Sauerstoffaufnahme erfolgt über die Blutbahn, nicht über die Hautoberfläche.

Warum fühlt sich meine Haut nach dem Auftragen manchmal stramm an?

Das leichte Spannungsgefühl entsteht durch die minimale Kontraktion des Films beim Trocknen – genau dieser Mechanismus erzeugt den Straffungseffekt. Bei zu hoher Dosierung oder sehr trockener Haut kann das Gefühl unangenehm werden. In diesem Fall die Menge reduzieren oder vorher eine leichte Feuchtigkeitspflege auftragen. Das Gefühl sollte nach 5-10 Minuten nachlassen, sobald sich der Film stabilisiert hat.

Wie unterscheidet sich Glyceryl Polymethacrylate von Silikonen wie Dimethicone?

Der entscheidende Unterschied liegt in der Wasserlöslichkeit: Glyceryl Polymethacrylate ist hydrophil und lässt sich mit Wasser abwaschen, während Silikone hydrophob sind und oft einen Reiniger benötigen. Der Film von Glyceryl Polymethacrylate ist dünner und weniger okklusiv, bietet aber einen ausgeprägteren Straffungseffekt durch Kontraktion. Silikone hingegen füllen eher aus als dass sie straffen und hinterlassen ein seidigeres Hautgefühl.

Kann ich Produkte mit diesem Polymer täglich verwenden?

Ja, bei normaler bis trockener Haut ist die tägliche Anwendung unbedenklich. Bei sehr öliger oder zu Akne neigender Haut solltest du beobachten, ob der Film die Poren belastet – obwohl das Polymer nicht komedogen ist, kann die zusätzliche Schicht bei gestörter Talgabfuhr ungünstig sein. Achte auf gründliche Reinigung am Abend, damit sich der Film nicht über mehrere Tage akkumuliert.

Vertragen sich Peelings oder Säuren mit diesem Filmbildner?

Die Reihenfolge ist entscheidend: Säuren (AHA, BHA, PHA) immer VOR dem Filmbildner auftragen, damit sie in die Haut eindringen können. Der Film würde sonst als Barriere wirken und die Penetration blockieren. Mechanische Peelings sollten generell nicht auf einen getrockneten Film aufgetragen werden, da die Reibung den Film abrubbeln würde. Bei chemischen Peelings kann der Film sogar vorteilhaft sein, da er die Wirkstoffabgabe verlangsamt und so Irritationen reduziert.

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