Pflanzliches Öl

Maisöl
Pflanzliches Öl (Kaltpressung aus Maiskeimen)

Maisöl ist Wird durch Kaltpressung oder Extraktion aus den fettreichen Maiskeimen gewonnen, die nur etwa 10-14% des Maiskorns ausmachen. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

INCI: Zea Mays (Corn) Oil  |  CAS: 8001-30-7  |  Auch bekannt als: Corn Oil, Maize Oil, Maiskeimöl, Oleum Maydis, Zea Mays Germ Oil
Stoffklasse Pflanzliches Öl (Kaltpressung aus Maiskeimen)
INCI-Name Zea Mays (Corn) Oil
CAS-Nummer 8001-30-7
Komedogenitaet Grad 3 (mittel-hoch)

Was ist Maisöl?

Maisöl (Zea Mays Oil) wird aus den fettreichen Keimen des Maiskorns gewonnen, die nur 10-14% des Korns ausmachen, aber 85% der gesamten Lipide enthalten. Mit einem Linolsäure-Anteil von bis zu 60% gehört es zu den Omega-6-reichsten Pflanzenölen und liefert gleichzeitig außergewöhnlich hohe Mengen an Gamma-Tocopherol (Vitamin E) – bis zu 900 mg/kg, mehr als die meisten anderen Öle. Während Maisöl in der Lebensmittelindustrie weit verbreitet ist, bleibt es in der Hautpflege ein Nischenprodukt – zu Unrecht, denn seine Fettsäurezusammensetzung macht es zum idealen Barrierereparateur bei trockener, irritierter und atopischer Haut. Die enthaltenen Phytosterole (ca. 1%) und Tocopherole wirken synergistisch entzündungshemmend und antioxidativ. Einziger Nachteil: Die Komedogenität (Grad 3) erfordert vorsichtige Dosierung bei zu Unreinheiten neigender Haut.

Wusstest du? Maisöl enthält mehr Gamma-Tocopherol als Alpha-Tocopherol – eine Seltenheit unter Pflanzenölen. Gamma-Tocopherol neutralisiert Stickstoffradikale (Peroxynitrit) effektiver als das bekannte Alpha-Tocopherol und schützt dadurch besser vor Entzündungen durch Luftverschmutzung und UV-Strahlung. Trotzdem wird es in Nahrungsergänzungsmitteln meist durch Alpha-Tocopherol ersetzt, weil dieses länger im Blut zirkuliert – für die Haut ist Gamma-Tocopherol jedoch überlegen.

Woher kommt Maisöl?

Wird durch Kaltpressung oder Extraktion aus den fettreichen Maiskeimen gewonnen, die nur etwa 10-14% des Maiskorns ausmachen. Der Keim enthält rund 85% der Lipide des gesamten Korns und liefert ein goldgelbes Öl mit charakteristischem, mild-nussigem Aroma. Der botanische Name lautet Zea mays (Familie: Poaceae (Süßgräser)). Verwendet wird: Keime (Embryo des Maiskorns). Hauptherkunftsregionen: Ursprünglich Mittelamerika, heute weltweit kultiviert (USA, China, Brasilien, EU). In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt Maisöl auf zellulaerer Ebene?

Der extrem hohe Linolsäuregehalt (bis 60%) macht Maisöl zu einem effektiven Barrierereparateur: Linolsäure ist essentieller Baustein der epidermalen Ceramide (insbesondere Ceramid 1) und wird in die Lipid-Doppelschichten der Hornschicht eingebaut. Das Öl liefert zudem außergewöhnlich hohe Mengen an Tocopherolen (Vitamin E, bis zu 900 mg/kg), die freie Radikale abfangen und Lipidperoxidation verhindern. Die enthaltenen Phytosterole (ca. 1%) hemmen zudem transepidermalen Wasserverlust durch Stabilisierung der Lipidmatrix.

So wirkt Maisöl auf deine Haut

Barrierereparatur durch Ceramid-Synthese

Linolsäure wird enzymatisch in die Ceramid-1-Struktur eingebaut, die etwa 40% der epidermalen Lipidbarriere ausmacht. Klinische Studien zeigen eine Reduktion des transepidermalen Wasserverlusts (TEWL) um bis zu 15% nach 4 Wochen täglicher Anwendung. Besonders effektiv bei gestörter Barrierefunktion durch aggressive Tenside oder klimatische Belastung.

Antioxidative Hochleistung

Mit bis zu 900 mg/kg Tocopherolen (v.a. Gamma-Tocopherol) gehört Maisöl zu den Vitamin-E-reichsten Pflanzenölen. Gamma-Tocopherol neutralisiert Stickstoffradikale (Peroxynitrit) effektiver als Alpha-Tocopherol und schützt so vor Entzündungen durch UV-Strahlung und Umweltbelastungen. Hemmt zudem Lipidperoxidation in der Zellmembran.

Okklusion ohne Fettglanz

Die Fettsäurezusammensetzung bildet einen semi-okklusiven Film, der Wasserverlust reduziert, aber schnell einzieht. Im Gegensatz zu gesättigten Ölen hinterlässt Maisöl kaum Rückstände, da die ungesättigten Fettsäuren leichter in die Haut penetrieren. Ideal für Formulierungen, die reichhaltig pflegen, aber nicht beschweren sollen.

Entzündungshemmung über COX-Inhibition

Gamma-Tocopherol hemmt die Cyclooxygenase-2 (COX-2), ein Schlüsselenzym der Entzündungskaskade. Dies reduziert Prostaglandin-Synthese und damit Rötungen, Schwellungen und Juckreiz. Phytosterole (Beta-Sitosterol) verstärken diesen Effekt durch Stabilisierung von Mastzellen.

Cholesterin-Mimikry durch Phytosterole

Die enthaltenen Phytosterole (ca. 1%, hauptsächlich Beta-Sitosterol) haben strukturelle Ähnlichkeit mit Cholesterin und integrieren sich in die Lipidschichten der Hornschicht. Dies verbessert die Barrierefunktion mechanisch und hemmt gleichzeitig Entzündungsmediatoren wie NF-κB.

Fettsaeureprofil von Maisöl

Linolsäure (Omega-6)
50-60%
Ölsäure (Omega-9)
20-30%
Palmitinsäure
10-13%
Stearinsäure
1-3%
Alpha-Linolensäure (Omega-3)
0.5-1.5%

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 1-5% in Gesichtsölen und Seren, 3-10% in Körperlotionen, bis 30% in intensiven Repair-Cremes, 100% als reines Pflegeöl
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäß EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009

Fuer wen ist Maisöl geeignet?

Trockene Haut

Der hohe Linolsäure-Anteil repariert defekte Hautbarrieren und reduziert transepidermalen Wasserverlust messbar.

Reife Haut

Tocopherole und Phytosterole schützen vor oxidativem Stress und fördern die Kollagensynthese.

Irritierte Haut

Gamma-Tocopherol wirkt entzündungshemmend durch Hemmung der Cyclooxygenase-Aktivität.

Neurodermitis-Haut

Linolsäure-Mangel ist bei atopischer Dermatitis dokumentiert – Maisöl kann diesen Mangel ausgleichen.

Maisöl in deiner Routine

Morgens: Barriereschutz unter Sonnencreme

2-3 Tropfen auf feuchte Haut auftragen, sanft einmassieren. Die Tocopherole verstärken den UV-Schutz der nachfolgenden Sonnencreme und schützen vor freien Radikalen durch Ozon und Feinstaub.

Abends: Repair-Booster nach Reinigung

3-5 Tropfen pur oder gemischt mit Serum auftragen. Über Nacht werden Linolsäure und Phytosterole optimal in die Barrierelipide eingebaut, während Gamma-Tocopherol Reparaturprozesse unterstützt.

Als Körperöl nach dem Duschen

1-2 Esslöffel auf noch feuchte Haut auftragen (Water-in-Oil-Prinzip). So wird Feuchtigkeit eingeschlossen und die Barriere bei minimalem Produkteinsatz maximal gestärkt.

SOS-Maske bei Irritationen

1 Teelöffel Maisöl mit 1 Teelöffel Honig mischen, 10-15 Minuten als Maske auftragen. Die Kombination aus entzündungshemmenden Tocopherolen und antimikrobiellem Honig beruhigt gereizte Haut schnell.

Lagerung: Lichtempfindlich und oxidationsanfällig durch hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Lagerung in dunklen Glasflaschen bei unter 20°C verlängert Haltbarkeit auf 6-12 Monate (kaltgepresst) bzw. 12-18 Monate (raffiniert). Anbruch luftdicht verschließen. Stabilisierung durch Zugabe von 0.1-0.5% Vitamin E (Tocopherolacetat) möglich. Ranzigkeit erkennbar an stechendem, fischigem Geruch.

RAU Cosmetics Produkte mit Maisöl

Haeufige Fragen zu Maisöl

Warum wird Maisöl in der Hautpflege seltener eingesetzt als z.B. Arganöl, obwohl es mehr Vitamin E enthält?

Hauptgrund ist die Komedogenität: Mit Grad 3 kann Maisöl bei zu Unreinheiten neigender Haut Poren verstopfen, da der hohe Linolsäureanteil zwar Barrieren repariert, aber eben auch dichte Filme bildet. Zudem oxidiert Maisöl aufgrund der vielen Doppelbindungen schneller als stabilere Öle (Haltbarkeit ca. 6-12 Monate vs. 24 Monate bei Jojobaöl). In der Lebensmittelindustrie wird es häufiger verwendet, was den 'Speiseöl'-Ruf in der Kosmetik verstärkt – trotz identischer kosmetischer Qualität bei kaltgepresstem, raffiniertem Maisöl.

Kann Maisöl bei Neurodermitis helfen, obwohl Omega-6-Fettsäuren oft als entzündungsfördernd gelten?

Ja, denn die Rolle von Linolsäure ist kontextabhängig: In der Ernährung kann ein Omega-6/Omega-3-Ungleichgewicht tatsächlich Entzündungen fördern. Topisch aufgetragen wirkt Linolsäure jedoch als essentieller Ceramid-Baustein – und gerade bei Neurodermitis ist ein Linolsäure-Mangel in der Haut dokumentiert. Studien zeigen, dass topische Linolsäure die Barrierefunktion verbessert, ohne systemische Entzündungen zu triggern. Das Gamma-Tocopherol im Maisöl hemmt zusätzlich Entzündungswege (COX-2).

Wie unterscheidet sich raffiniertes von kaltgepresstem Maisöl in der Hautpflege?

Kaltgepresstes Maisöl enthält mehr Tocopherole (bis 900 mg/kg), Phytosterole und Carotinoide, hat aber eine intensivere Farbe (goldgelb) und kürzere Haltbarkeit (6-9 Monate). Raffiniertes Maisöl ist nahezu geruchlos, farblos und stabiler (12 Monate+), verliert aber 30-50% der Tocopherole und Phytosterole durch die Verarbeitung. Für therapeutische Anwendungen (Neurodermitis, Barriereschäden) ist kaltgepresst vorzuziehen; für leichte Formulierungen, bei denen Stabilität wichtiger ist, eignet sich raffiniert.

Warum oxidiert Maisöl schneller als andere Öle und wie erkenne ich ranzig gewordenes Öl?

Maisöl enthält 50-60% mehrfach ungesättigte Linolsäure mit zwei Doppelbindungen – diese sind anfällig für Lipidperoxidation durch Licht, Sauerstoff und Wärme. Ranziges Öl riecht stechend, leicht fischig oder nach alten Nüssen (Aldehyde und Ketone als Oxidationsprodukte). Hautpflegetechnisch wird es dann sogar schädlich, da oxidierte Lipide freie Radikale bilden und Hautirritationen auslösen. Lösung: Dunkle Glasflaschen, Lagerung unter 20°C, nach Anbruch innerhalb 6 Monaten aufbrauchen, ggf. mit zusätzlichem Vitamin E stabilisieren.

Kann Maisöl auch bei fettiger Haut verwendet werden, oder verstärkt es die Talgproduktion?

Kontraintuitiv kann Maisöl bei fettiger Haut sogar helfen: Linolsäure-Mangel führt nachweislich zu dickflüssigerem Talg, der Poren verstopft. Topische Linolsäure normalisiert die Talgzusammensetzung und macht ihn fluider. ABER: Aufgrund der Komedogenität (Grad 3) sollte Maisöl bei fettiger Haut nur niedrig dosiert (max. 2-3%) und in Kombination mit nicht-komedogenen Ölen (Hanfsamenöl, Traubenkernöl) eingesetzt werden. Pur kann es bei prädisponierten Personen Unreinheiten verschlimmern.

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