Amino-Emulgator

Sodium Stearoyl Glutamate
Aminosäure-basierter anionischer Emulgator

Sodium Stearoyl Glutamate ist Wird durch enzymatische Verknüpfung von Stearinsäure (pflanzliche Fettsäure) mit L-Glutaminsäure (natürlich vorkommende Aminosäure) und anschließender Neutralisation mit Natriumhydroxid synthetisiert. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

CAS: 38517-23-6  |  Auch bekannt als: Natriumstearoylglutamat, Amisoft HS-11PF (Handelsname Ajinomoto), Pellicer LC-SA-Na (Handelsname), N-Stearoyl-L-glutamic acid sodium salt, Sodium N-stearoyl glutamate
Stoffklasse Aminosäure-basierter anionischer Emulgator
INCI-Name Sodium Stearoyl Glutamate
CAS-Nummer 38517-23-6
Komedogenitaet Grad 0-1 (sehr niedrig)

Was ist Sodium Stearoyl Glutamate?

Sodium Stearoyl Glutamate ist ein aminosäurebasierter Emulgator der zweiten Generation, der in den 1970er Jahren in Japan als milde Alternative zu aggressiven PEG-Emulgatoren entwickelt wurde. Die Besonderheit liegt in der Verknüpfung von Stearinsäure (C18-Fettsäure aus pflanzlichen Ölen) mit L-Glutaminsäure — einer Aminosäure, die natürlicherweise im hauteigenen NMF (Natural Moisturizing Factor) vorkommt. Anders als klassische Emulgatoren bildet dieser Inhaltsstoff biomimetische Lamellarstrukturen, die der natürlichen Lipidbarriere der Haut strukturell ähneln und diese stärken statt zu schwächen. In der modernen Clean Beauty ist er besonders gefragt, da er ECOCERT/COSMOS-zertifiziert ist und sowohl vegane als auch nachhaltige Formulierungen ermöglicht.

Wusstest du? Sodium Stearoyl Glutamate wurde ursprünglich für die japanische Lebensmittelindustrie entwickelt (als Emulgator für Tofu-Produkte), bevor seine außergewöhnliche Hautverträglichkeit entdeckt wurde. Heute ist es ein Schlüsselingredient in über 80% der japanischen Premium-Hautpflegelinien.

Woher kommt Sodium Stearoyl Glutamate?

Wird durch enzymatische Verknüpfung von Stearinsäure (pflanzliche Fettsäure) mit L-Glutaminsäure (natürlich vorkommende Aminosäure) und anschließender Neutralisation mit Natriumhydroxid synthetisiert. Gehört zur Gruppe der Acylglutamate, die in den 1970er Jahren in Japan entwickelt wurden. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt Sodium Stearoyl Glutamate auf zellulaerer Ebene?

Lagert sich an der Öl-Wasser-Grenzfläche an, wobei die hydrophile Glutamat-Kopfgruppe zur Wasserphase und der lipophile Stearyl-Rest zur Ölphase zeigt. Stabilisiert Emulsionen durch elektrostatische Abstoßung der negativ geladenen Carboxylgruppen. Bildet zusätzlich einen lamearen Flüssigkristall-Film auf der Haut, der die Barrierefunktion stärkt und ein seidiges Hautgefühl erzeugt.

So wirkt Sodium Stearoyl Glutamate auf deine Haut

Biomimetische Barrierestärkung

Bildet lamerale Flüssigkristalle auf der Hautoberfläche, die den natürlichen Lipidlamellen der Hornschicht strukturell ähneln. Diese Doppelschicht-Membranen stabilisieren die Hautbarriere von außen und reduzieren den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) um bis zu 30%. Anders als klassische Emulgatoren wird die Barriere nicht ausgewaschen, sondern verstärkt.

Milde O/W-Emulgierung

Stabilisiert Öl-in-Wasser-Emulsionen durch elektrostatische Abstoßung statt durch aggressive Grenzflächenaktivität. Die kritische Mizellbildungskonzentration (CMC) liegt sehr hoch, weshalb keine irritierenden Mizellen in der Formulierung entstehen. Im Gegensatz zu PEG-Emulgatoren bleibt die natürliche Lipidbarriere intakt.

Sensorik-Optimierung

Erzeugt ein charakteristisches seidiges, nicht-klebriges Hautgefühl durch die lamearen Kristallstrukturen, die sich gleichmäßig auf der Haut verteilen. Verbessert die Spreadability von Cremes und verhindert das 'weiß abfärben' (whitening) bei Sonnenschutzprodukten mit mineralischen UV-Filtern wie Zinkoxid.

Hautidentische Aminosäure-Versorgung

Die Glutamat-Komponente ist ein natürlicher Bestandteil des Natural Moisturizing Factor (NMF) der Haut. Bei Kontakt mit Hautfeuchtigkeit wird geringfügig freie Glutaminsäure freigesetzt, die als Osmolyt Feuchtigkeit bindet und die Keratinozyten-Differenzierung unterstützt. Dies fördert die natürliche Hautregeneration.

pH-Puffer-Kapazität

Stabilisiert den pH-Wert von Formulierungen im hautfreundlichen Bereich von 5.0-6.5 durch die amphotere Natur der Glutaminsäure-Kopfgruppe. Verhindert pH-Schwankungen bei Lagerung und hält den Säureschutzmantel der Haut aufrecht, was besonders bei Reinigungsprodukten wichtig ist.

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 0.5-3% in O/W-Emulsionen, oft in Kombination mit 0.5-1.5% Stearoyl Glutamic Acid (Säureform) für optimale Emulsionsstabilität
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäß EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009

Fuer wen ist Sodium Stearoyl Glutamate geeignet?

Empfindliche Haut

Durch den milden, nicht-ionischen Charakter und die hautverwandte Aminosäurestruktur wird die Hautbarriere gestärkt statt gereizt.

Trockene Haut

Bildet biomimetische Lamellarstrukturen, die der natürlichen Hautbarriere ähneln und Feuchtigkeit langanhaltend einschließen.

Neurodermitis-Haut

Die milden Emulgatoreigenschaften irritieren gestörte Hautbarrieren nicht, während die Glutamat-Komponente regenerativ wirkt.

Reife Haut

Unterstützt die altersbedingt geschwächte Hautbarriere durch Bildung hautidentischer Lipidstrukturen ohne austrocknende Effekte.

Sodium Stearoyl Glutamate in deiner Routine

Morgenroutine: Feuchtigkeitscreme

Trage eine erbsengroße Menge der Creme mit Sodium Stearoyl Glutamate auf gereinigte, leicht feuchte Haut auf. Die biomimetischen Lamellarstrukturen schließen Feuchtigkeit optimal ein, wenn die Haut noch etwas feucht ist.

Nach der Reinigung

Verwende Reinigungsprodukte mit diesem Emulgator bevorzugt abends, da sie gründlich reinigen ohne die Barriere auszuwaschen. Die pH-puffernde Wirkung schützt den Säureschutzmantel auch bei längerer Einwirkzeit.

Bei Neurodermitis-Schüben

In akuten Phasen 2-3x täglich dünn auftragen. Die milde Emulgatorbasis irritiert nicht, während die Glutamat-Komponente die gestörte Barriere aktiv regeneriert.

Sonnenschutz-Anwendung

Bei Sonnencremes mit diesem Emulgator großzügig auftragen (2 mg/cm² Haut). Die verbesserte Spreadability sorgt für gleichmäßige Verteilung von Zinkoxid/Titandioxid ohne Weißeffekt.

Lagerung: Lichtunempfindlich und oxidationsstabil. Optimale Verarbeitungstemperatur 70-75°C. Bei pH <4.5 oder >8.0 nimmt die Emulgierleistung ab. In wasserfreien Systemen (Öle, Balsame) nicht funktional. Nach Anbruch innerhalb von 12 Monaten verbrauchen, da bei Wasserkontakt langsame Hydrolyse möglich.

RAU Cosmetics Produkte mit Sodium Stearoyl Glutamate

Haeufige Fragen zu Sodium Stearoyl Glutamate

Warum wird Sodium Stearoyl Glutamate oft mit der Säureform kombiniert?

Die Kombination von Natriumsalz (basisch) und freier Säure (Stearoyl Glutamic Acid) im Verhältnis 2:1 schafft ein optimales pH-Puffersystem bei pH 5.5-6.0 und verbessert die Emulsionsstabilität. Die Säureform bildet stärkere Wasserstoffbrückenbindungen, während das Natriumsalz für elektrostatische Abstoßung sorgt. Diese Synergie reduziert die benötigte Gesamtemulgator-Menge um bis zu 40%.

Ist dieser Emulgator auch für ölreiche Formulierungen geeignet?

Ja, aber mit Einschränkungen. Sodium Stearoyl Glutamate stabilisiert O/W-Emulsionen bis zu einem Ölanteil von etwa 30%. Bei höheren Ölphasen (30-40%) sollte ein Co-Emulgator wie Cetearyl Alcohol oder Glyceryl Stearate zugesetzt werden. Für sehr reichhaltige Formulierungen (>40% Ölphase) sind klassische Emulgatoren wie Ceteareth-20 besser geeignet, da Acylglutamate primär für leichte bis mittlere Texturen entwickelt wurden.

Unterscheidet sich die Wirkung von tierischer vs. pflanzlicher Stearinsäure-Quelle?

In modernen Kosmetika wird fast ausschließlich pflanzliche Stearinsäure aus Palmkern- oder Kokosöl verwendet (RSPO-zertifiziert). Die molekulare Struktur und Wirkung sind identisch zur tierischen Variante aus Talg. Einige Hersteller setzen auf Upcycling-Stearinsäure aus Rapsöl-Destillationsrückständen. Für die Hautverträglichkeit ist die Quelle irrelevant, da nur die gereinigte C18-Fettsäure verwendet wird.

Kann dieser Emulgator die Penetration anderer Wirkstoffe beeinflussen?

Im Gegensatz zu PEG-Emulgatoren oder Ethanol beeinträchtigt Sodium Stearoyl Glutamate die Hautbarriere nicht und fungiert auch nicht als Penetrationsverstärker. Die lamearen Strukturen bilden eher eine zusätzliche Barriere auf der Haut, die lipophile Wirkstoffe wie Retinol oder Vitamin E länger in den oberen Hautschichten hält (Depot-Effekt). Hydrophile Wirkstoffe wie Niacinamid oder Hyaluronsäure werden nicht beeinflusst.

Warum fühlen sich Cremes mit Acylglutamaten 'seidiger' an als mit klassischen Emulgatoren?

Die lamearen Flüssigkristalle haben eine einzigartige rheologische Eigenschaft: Sie zeigen strukturviskoses Verhalten (shear-thinning), werden also beim Verteilen dünnflüssiger und nach dem Auftragen wieder viskoser. Dies erzeugt das charakteristische 'Gleiten' beim Auftragen. Zusätzlich hinterlassen die Aminosäure-Reste nach Verdunstung des Wassers einen hauchdünnen, atmungsaktiven Film statt eines fettigen Okklusions-Layers wie bei Petrolatum-basierten Emulgatoren.

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