Fettalkohol

CETYL ALCOHOL
Fettalkohol (C16)

CETYL ALCOHOL ist Wird durch katalytische Hydrierung von Palmitinsäure (C16-Fettsäure) gewonnen, die aus pflanzlichen Ölen wie Palmöl oder Kokosnussöl stammt. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

CAS: 36653-82-4  |  Auch bekannt als: 1-Hexadecanol, Palmityl Alcohol, Hexadecan-1-ol, Cetanol, Ethal, Palmitylalkohol, C16 Alcohol
Stoffklasse Fettalkohol (C16)
INCI-Name CETYL ALCOHOL
CAS-Nummer 36653-82-4
Komedogenitaet Grad 2 (niedrig bis mittel)

Was ist CETYL ALCOHOL?

Cetyl Alcohol ist ein Fettalkohol mit 16 Kohlenstoffatomen (C16), der in der Kosmetikindustrie zu den meistverwendeten Emollienten und Konsistenzgebern zählt. Trotz seines Namens hat er nichts mit austrocknenden Alkoholen wie Ethanol gemeinsam — im Gegenteil: Als lipophiler Alkohol macht er die Haut weich, stabilisiert Emulsionen und verleiht Cremes ein samtiges Hautgefühl. Ursprünglich aus Walrat (Spermaceti) gewonnen, wird er heute fast ausschließlich durch Hydrierung von Palmitinsäure aus pflanzlichen Ölen hergestellt. Seine einzigartige Kristallstruktur und mittlere Kettenlänge machen ihn zum idealen Baustein für moderne Hautpflege — von leichten Lotionen bis zu reichhaltigen Wintercremes.

Wusstest du? Der Name 'Cetyl' stammt vom lateinischen Wort 'cetus' (Wal), weil dieser Alkohol 1817 erstmals aus Walrat isoliert wurde — einer wachsartigen Substanz aus dem Kopf von Pottwalen. Heute ist Wal-basiertes Cetyl Alcohol verboten, aber der historische Name blieb. Ironischerweise ist der moderne, pflanzliche Cetyl Alcohol chemisch identisch mit dem Original — die Moleküle wissen nicht, ob sie aus einem Wal oder einer Kokosnuss kommen.

Woher kommt CETYL ALCOHOL?

Wird durch katalytische Hydrierung von Palmitinsäure (C16-Fettsäure) gewonnen, die aus pflanzlichen Ölen wie Palmöl oder Kokosnussöl stammt. Kann auch synthetisch aus Ethylen hergestellt werden. Der Alkohol wird anschließend durch Destillation gereinigt. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt CETYL ALCOHOL auf zellulaerer Ebene?

Bildet auf der Haut einen leichten, nicht-okklusiven Film, der den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) reduziert, ohne die Poren zu verstopfen. Durch seine amphiphile Struktur (lipophiler C16-Schwanz + hydrophile OH-Gruppe) stabilisiert er Emulsionen als Co-Emulgator und verbessert die Viskosität von Cremes. Fördert die Lamellarstruktur der Stratum corneum-Lipide und unterstützt so die Barrierefunktion.

So wirkt CETYL ALCOHOL auf deine Haut

Nicht-okklusive Feuchtigkeitsbarriere

Anders als schwere Öle oder Petrolatum bildet Cetyl Alcohol einen atmungsaktiven Schutzfilm, der den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) um bis zu 20% reduziert, ohne die Poren zu versiegeln. Durch seine mittlere Kettenlänge (C16) passt er perfekt in die Lipidlamellen des Stratum corneum und verstärkt die natürliche Barriere.

Sensorische Texturverbesserung

Verleiht Cremes und Lotionen ein samtiges, nicht-klebriges Hautgefühl durch seine einzigartige Kristallstruktur. Schmilzt bei Hautkontakt (Schmelzpunkt 49-50°C) und hinterlässt einen glatten, pudrigen Nachklang — ohne Silikoneffekt. Reduziert das 'weiße Rückstände'-Problem vieler Mineralöl-basierter Formulierungen.

Emulsionsstabilisierung

Fungiert als Co-Emulgator in O/W- und W/O-Emulsionen, indem er die Grenzflächenspannung zwischen Öl- und Wasserphase reduziert. Bildet zusammen mit anderen Emulgatoren (z.B. Ceteareth-20) stabile Lamellarstrukturen, die Phasentrennung verhindern. Erhöht die Viskosität und verhindert Synärese (Wasserabscheidung) über Monate.

Barriere-Repair bei Ekzemen

Studien zeigen, dass Cetyl Alcohol die gestörte Lipidbarriere bei atopischer Dermatitis unterstützt, indem er fehlende interzelluläre Lipide ergänzt. Wird in klinischen Formulierungen gegen Ekzeme häufig mit Ceramiden kombiniert, da er deren Penetration in tiefere Hautschichten verbessert. Reduziert Juckreiz durch Normalisierung des Feuchtigkeitshaushalts.

Haarglättung durch Kutikula-Versiegelung

In Conditionern legt sich Cetyl Alcohol auf die Haarfaser und glättet die aufgeraute Kutikula (Schuppenschicht). Reduziert Reibung zwischen den Haaren um bis zu 30%, was zu weniger Bruch und Frizz führt. Anders als Silikone wäscht er sich leicht aus und beschwert feines Haar nicht.

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 2-10% in Cremes und Lotionen, 1-3% in Haarspülungen, bis 20% in festen Formulierungen wie Conditioner-Bars
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäß EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009

Fuer wen ist CETYL ALCOHOL geeignet?

Trockene Haut

Reduziert Wasserverlust durch Filmbildung und macht die Haut geschmeidig, ohne schwere Okklusion wie bei Petrolatum.

Reife Haut

Verbessert die Textur altersbedingter rauer Haut und unterstützt die geschwächte Lipidbarriere mit seiner C16-Kettenlänge.

Sensible Haut

Sehr gut verträglich durch seine hautähnliche Struktur (körpereigene Fettalkohole haben meist C14-C18), minimales Irritationspotenzial.

Mischhaut

Nicht zu reichhaltig, zieht schnell ein und hinterlässt kein fettiges Finish — ideal für T-Zone und Wangen.

CETYL ALCOHOL in deiner Routine

Creme/Lotion anwenden

2-3x täglich auf gereinigte Haut auftragen. In Leave-on-Produkten wirkt Cetyl Alcohol optimal bei 2-5% Konzentration — höhere Anteile können bei sehr fettiger Haut zu schwerem Hautgefühl führen.

Nach dem Duschen

Auf noch leicht feuchte Haut auftragen, um die 'Okklusions-Wirkung' zu maximieren: Der Film hält die Restfeuchtigkeit in der Haut fest. Ideal innerhalb von 3 Minuten nach dem Abtrocknen.

Als Haarkur-Basis

In selbstgemachten Conditionern 3-5% Cetyl Alcohol verwenden (zusammen mit BTMS-25 oder Behentrimonium Methosulfate). 5-10 Minuten einwirken lassen, danach gründlich ausspülen.

Winterpflege

Bei kalter, trockener Luft reichhaltigere Formulierungen mit 5-10% Cetyl Alcohol nutzen. Kombiniert mit Ceramiden oder Sheabutter entsteht ein starker Kälteschutz ohne Silikonfilm.

Lagerung: Sehr stabil — nicht oxidationsanfällig, nicht photosensitiv. Lagerfähig über Jahre bei Raumtemperatur. Schmilzt bei 49-50°C, sollte daher nicht über längere Zeit >40°C gelagert werden (sonst verändert sich die Kristallstruktur, was die Textur beeinträchtigt). In Emulsionen stabilisiert er sogar andere, empfindlichere Inhaltsstoffe durch seine Filmbildung.

RAU Cosmetics Produkte mit CETYL ALCOHOL

Haeufige Fragen zu CETYL ALCOHOL

Ist Cetyl Alcohol trocknend wie Alkohol Denat.?

Nein, überhaupt nicht. Der Name 'Alkohol' täuscht: Cetyl Alcohol ist ein Fettalkohol (lipophil), während Alkohol Denat. (Ethanol) ein kurzkettiger Alkohol ist, der Fett löst und die Haut austrocknet. Cetyl Alcohol ist das genaue Gegenteil — er spendet Feuchtigkeit und macht die Haut weich. Chemisch gesehen haben beide eine -OH-Gruppe, aber die lange C16-Kette macht Cetyl Alcohol zu einem hautfreundlichen Lipid. Du kannst ihn bedenkenlos auch bei sehr trockener Haut verwenden.

Warum steht er so weit vorne in der INCI-Liste?

Cetyl Alcohol wird in höheren Konzentrationen eingesetzt (2-10%) als viele aktive Wirkstoffe, deshalb erscheint er oft unter den ersten 10 Inhaltsstoffen. Das ist kein Zeichen für 'billiges Füllmaterial', sondern funktional notwendig: Er stabilisiert die Emulsion, verbessert die Textur und wirkt als Konsistenzgeber. Ohne ihn würden viele Cremes instabil werden oder sich unangenehm anfühlen. Seine Häufigkeit zeigt eher, wie unverzichtbar er für moderne Formulierungen ist.

Kann Cetyl Alcohol Akne auslösen?

Bei den meisten Menschen nicht, aber individuell möglich. Mit einem Komedogenitätsgrad von 2 (auf einer Skala bis 5) gilt er als moderat — deutlich sicherer als Kokosöl (Grad 4) oder Kakaobutter (Grad 4). Problematisch wird er meist nur in sehr hohen Konzentrationen (>10%) oder bei extrem zu Akne neigender Haut. Wenn du unsicher bist, teste Produkte mit Cetyl Alcohol erst an einer kleinen Stelle (z.B. Kinn) über mehrere Tage. In Kombination mit nicht-komedogenen Ölen (Arganöl, Squalan) bleibt das Risiko minimal.

Ist er vegan und nachhaltig?

Meist ja, aber nicht garantiert. Cetyl Alcohol wird heute überwiegend aus Palmöl oder Kokosnussöl gewonnen (pflanzlich = vegan). Es existieren aber auch synthetische Varianten aus Ethylen (petrochemisch). Früher wurde er aus Walrat (Spermaceti) hergestellt — das ist heute verboten, aber der historische Name 'Cetyl' (lateinisch 'cetus' = Wal) stammt daher. Bei Nachhaltigkeitsbedenken: Achte auf RSPO-zertifiziertes Palmöl oder frage beim Hersteller nach der Quelle.

Wie unterscheidet er sich von Cetearyl Alcohol?

Cetearyl Alcohol ist ein Gemisch aus Cetyl Alcohol (C16) und Stearyl Alcohol (C18), meist im Verhältnis 50:50. Die längere C18-Kette macht ihn etwas reichhaltiger und fester — er schmilzt bei 52-56°C statt 49-50°C. In Formulierungen sind beide austauschbar, aber Cetearyl Alcohol gibt dickere Texturen und ist beliebter in sehr reichhaltigen Cremes. Cetyl Alcohol allein ist leichter und zieht schneller ein. Beide sind nicht-komedogen und gut verträglich, die Wahl ist eher eine Frage der gewünschten Textur.

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