Dinatriumsalze
Synthetischer Komplexbildner (Chelatbildner)
Dinatriumsalze ist Disodium EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure-Dinatriumsalz) wird synthetisch durch chemische Reaktion von Ethylendiamin mit Chloressigsäure und anschließender Neutralisation mit Natriumhydroxid hergestellt. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.
Was ist Dinatriumsalze?
Disodium EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure-Dinatriumsalz) ist einer der am häufigsten eingesetzten Chelatbildner in der Kosmetik – und doch bleibt er meist unbemerkt auf der INCI-Liste. Seine Aufgabe: Metallionen aus Wasser, Rohstoffen oder Verpackungen binden, bevor diese als Katalysatoren oxidative Kettenreaktionen auslösen. Ohne Chelatbildner würden empfindliche Wirkstoffe wie Vitamin C binnen Wochen zerfallen, Pflanzenöle ranzig werden und helle Cremes sich braun verfärben. Disodium EDTA ist somit kein Wirkstoff im klassischen Sinne, sondern ein Produktschutz-Spezialist, der im Hintergrund dafür sorgt, dass die eigentlichen Stars der Formulierung – Antioxidantien, Peptide, Öle – ihre Wirkung über Monate entfalten können. In der Lebensmittelindustrie übrigens unter der Bezeichnung E385 bekannt.
Woher kommt Dinatriumsalze?
Disodium EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure-Dinatriumsalz) wird synthetisch durch chemische Reaktion von Ethylendiamin mit Chloressigsäure und anschließender Neutralisation mit Natriumhydroxid hergestellt. Als Chelatkomplex bindet es gezielt mehrwertige Metallionen. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.
Wie wirkt Dinatriumsalze auf zellulaerer Ebene?
Disodium EDTA bildet hochstabile ringförmige Komplexe mit mehrwertigen Metallionen (Ca²⁺, Mg²⁺, Fe³⁺, Cu²⁺) durch sechs Koordinationsstellen. Diese Chelatbildung deaktiviert Metallionen, die ansonsten als Katalysatoren für oxidative Abbaureaktionen wirken würden. Dadurch werden freie Radikale gehemmt, die Ranzigkeit von Ölen verhindert und die Haltbarkeit antioxidativer Wirkstoffe (wie Vitamin C) verlängert. Zusätzlich verbessert es die Schaumbildung von Tensiden, indem es Kalkseifenbildung in hartem Wasser verhindert.
So wirkt Dinatriumsalze auf deine Haut
Antioxidans-Stabilisierung
Bindet Spurenmetalle, die als Katalysatoren für oxidative Abbaureaktionen wirken. Dadurch bleiben empfindliche Wirkstoffe wie Ascorbinsäure (Vitamin C), Tocopherol (Vitamin E) und ungesättigte Pflanzenöle über Monate stabil. Ohne Chelator würden diese Inhaltsstoffe binnen Wochen ihre Wirksamkeit verlieren und ranzig werden.
Produktstabilität & Frische
Verhindert Verfärbungen, unangenehme Gerüche und Texturveränderungen, die durch metallkatalysierte Oxidation entstehen. Besonders wichtig in Emulsionen mit pflanzlichen Ölen: Eisenionen aus Wasser oder Rohstoffen würden ohne Chelatbildner zu braunen Verfärbungen und ranzigem Geruch führen.
Schaumoptimierung
Bindet Calcium- und Magnesiumionen aus hartem Wasser, die sonst mit Tensiden unlösliche Kalkseifen bilden würden. Dies verbessert die Schaumbildung von Reinigungsprodukten erheblich und verhindert den typischen 'Seifenfilm' auf der Haut.
Konservierungsverstärkung
Destabilisiert bakterielle Zellwände durch Entzug essentieller Metallionen, wodurch Konservierer effizienter wirken können. Dies ermöglicht oft niedrigere Konservierungsmittel-Konzentrationen (Preservative Boosting) bei gleichbleibender mikrobiologischer Sicherheit.
Transparenzerhaltung
Verhindert Trübungen in klaren Formulierungen (Seren, Gele), die durch Metallionen-Komplexe mit anderen Inhaltsstoffen entstehen würden. Besonders bei transparenten Verpackungen ästhetisch wichtig.
Dosierung & Regulierung
Fuer wen ist Dinatriumsalze geeignet?
Verhindert Irritationen durch metallkatalysierte Oxidation in der Formulierung und stabilisiert hautberuhigende Wirkstoffe
Schützt Antioxidantien wie Vitamin C und E vor vorzeitigem Abbau und maximiert deren Anti-Aging-Wirkung
Verbessert als technischer Hilfsstoff die Produktqualität, Haltbarkeit und sensorisches Hautgefühl
Dinatriumsalze in deiner Routine
Unsichtbarer Produktschutz
Disodium EDTA wird vom Hersteller zugefügt und ist bereits in der fertigen Formulierung enthalten. Du musst nichts Besonderes beachten – der Chelatbildner arbeitet im Hintergrund.
Anwendung wie gewohnt
Trage deine Seren, Cremes oder Reinigungsprodukte ganz normal auf. Disodium EDTA sorgt dafür, dass die Wirkstoffe stabil und wirksam bleiben.
Kühle Lagerung optional
Obwohl Disodium EDTA antioxidative Wirkstoffe schützt, profitieren Formulierungen mit Vitamin C oder empfindlichen Ölen zusätzlich von kühler, dunkler Lagerung (unter 20°C).
Produktqualität erkennen
Wenn eine Creme trotz Chelatbildner verfärbt oder ranzig riecht, ist sie abgelaufen oder falsch gelagert worden. Disodium EDTA verlängert die Haltbarkeit, macht Produkte aber nicht unbegrenzt haltbar.
RAU Cosmetics Produkte mit Dinatriumsalze
Haeufige Fragen zu Dinatriumsalze
Ist Disodium EDTA schädlich für die Umwelt?
EDTA ist schwer biologisch abbaubar und wurde in Kläranlagen und Gewässern nachgewiesen. Allerdings ist die kosmetische Verwendung in sehr niedrigen Konzentrationen (meist unter 0.2%) verglichen mit industriellen Anwendungen (Waschmittel, Papierfabrikation) vernachlässigbar. Moderne Alternativen wie Tetrasodium Glutamate Diacetate oder Phytic Acid sind biologisch abbaubarer, aber oft weniger effektiv. Die EU stuft EDTA in kosmetischen Konzentrationen als sicher ein.
Warum wird manchmal Trisodium EDTA oder Tetrasodium EDTA statt Disodium EDTA verwendet?
Die verschiedenen Natriumsalze (Disodium, Trisodium, Tetrasodium EDTA) unterscheiden sich im pH-Wert und der Löslichkeit. Disodium EDTA (pH 4-6) eignet sich für saure Formulierungen wie Vitamin-C-Seren. Tetrasodium EDTA (pH 10-11) wird in alkalischen Reinigungsprodukten eingesetzt. Trisodium EDTA liegt dazwischen und ist vielseitiger. Die chelatierende Wirkung ist bei allen drei Varianten ähnlich stark.
Kann Disodium EDTA Hautirritationen auslösen?
In den üblichen Konzentrationen (0.01-0.5%) ist Disodium EDTA sehr gut verträglich. Irritationen sind extrem selten und treten wenn überhaupt nur bei sehr empfindlicher, vorgeschädigter Haut auf. Die größere Gefahr liegt eher darin, dass ohne Chelatbildner die Formulierung instabil wird – oxidierte Öle und zerfallene Wirkstoffe sind deutlich irritierender als EDTA selbst.
Warum steht Disodium EDTA oft ganz am Ende der INCI-Liste?
Die INCI-Liste ist nach absteigender Konzentration geordnet. Da Chelator bereits in sehr niedrigen Mengen (0.01-0.2%) hochwirksam ist, erscheint er meist am Ende – nach Wirkstoffen, Emulgatoren und Konservierern, die in höheren Konzentrationen benötigt werden. Die Position hinten bedeutet also nicht 'unwichtig', sondern einfach 'niedrig dosiert aber effektiv'.
Gibt es einen Unterschied zwischen EDTA in Kosmetik und in Lebensmitteln?
Chemisch ist es identisch – auch als Lebensmittelzusatzstoff E385 (Calcium-Dinatrium-EDTA) zugelassen. In Lebensmitteln verhindert es Verfärbungen von Gemüsekonserven und Mayonnaise. Allerdings sind die Einsatzkonzentrationen strenger reguliert (max. 75-250 mg/kg je nach Produkt), während kosmetische Formulierungen oft höhere Konzentrationen nutzen dürfen. Die Wirkweise ist identisch: Metallbindung verhindert oxidative Prozesse.
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