Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride
Kationisches Pflanzliches Polymer (modifizierte Guarbohne)
Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride ist Wird aus dem gemahlenen Endosperm der Guarbohne (Cyamopsis tetragonoloba) gewonnen und anschließend mit Propylenoxid und quaternären Ammoniumgruppen chemisch modifiziert. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.
Was ist Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride?
Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride ist ein kationisches Polymer, das aus den Samen der Guarbohne (Cyamopsis tetragonoloba) gewonnen und anschließend chemisch modifiziert wird. Im Gegensatz zu herkömmlichem Guargummi, das primär als Verdickungsmittel dient, besitzt diese Variante positiv geladene quaternäre Ammoniumgruppen, die gezielt an die negativ geladene Oberfläche von Haar und Haut binden. Diese elektrostatische Affinität macht es zu einem der effektivsten pflanzlichen Conditioner in der Kosmetikindustrie. Seit den 1970er-Jahren wird es in Haarpflegeprodukten eingesetzt – zunächst als Alternative zu synthetischen Polymeren, heute geschätzt für seine milde, besonders hautvertraegliche Natur und Kompatibilität mit der Curly Girl Method.
Woher kommt Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride?
Wird aus dem gemahlenen Endosperm der Guarbohne (Cyamopsis tetragonoloba) gewonnen und anschließend mit Propylenoxid und quaternären Ammoniumgruppen chemisch modifiziert. Diese kationische Modifikation verleiht dem natürlichen Guargummi Affinität zu negativ geladenen Haarfasern und Hautoberflächen. Der botanische Name lautet Cyamopsis tetragonoloba (Familie: Fabaceae (Hülsenfrüchtler)). Verwendet wird: Samen (Endosperm). Hauptherkunftsregionen: Indien, Pakistan, USA (Texas). In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.
Wie wirkt Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride auf zellulaerer Ebene?
Die positiv geladenen quaternären Ammoniumgruppen binden elektrostatisch an die negativ geladenen Stellen der Keratinfasern im Haar und an die Hautoberfläche. Dadurch bildet sich ein schützender Film, der die Haaroberfläche glättet und Reibung reduziert. Das Polymer füllt mikroskopische Unebenheiten in der Cuticula-Schicht aus, was zu verbesserter Kämmbarkeit und Glanz führt. Auf der Haut wirkt es als Feuchtigkeitsretentions-Agent durch Bildung eines semi-permeablen Films.
So wirkt Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride auf deine Haut
Sofortige Haar-Konditionierung
Die kationischen Gruppen neutralisieren die negative Oberflächenladung geschädigter Haare, die durch Bleichen, Färben oder mechanische Beanspruchung entsteht. Dadurch wird die elektrostatische Abstoßung zwischen einzelnen Haarfasern reduziert, was Frizz eliminiert und die Kämmbarkeit um bis zu 70% verbessern kann. Der Effekt ist nach regelmäßiger Anwendung sofort spürbar.
Schutzfilm-Bildung
Das Polymer lagert sich als transparente, flexible Schicht auf Haut und Haar ab, die mechanischen Schutz bietet ohne zu beschweren. Im Gegensatz zu Silikonen ist dieser Film wasserdurchlässig und verhindert keine Nährstoffaufnahme. Bei Haaren reduziert der Film die Reibung beim Kämmen um 40-60%, was Haarbruch minimiert.
Feuchtigkeitsretention
Die hydrophilen Galactomannan-Ketten des Guars können das 5-8-fache ihres Eigengewichts an Wasser binden. In Kombination mit der Filmbildung entsteht ein semi-permeables Barrieresystem, das Feuchtigkeit in den oberen Hautschichten hält, ohne die Poren zu verschließen. Nach regelmäßiger Anwendung kann die Hautfeuchtigkeit um 15-25% gesteigert werden.
Verdickungs-Effekt bei feinem Haar
Das Polymer lagert sich schichtweise um jede einzelne Haarfaser und erhöht deren Durchmesser mikroskopisch um 2-5 Mikrometer. Bei feinem Haar mit typischerweise 50-70 Mikrometer Durchmesser bedeutet dies eine spürbare Volumensteigerung. Der Effekt ist rein physikalisch und reversibel, akkumuliert aber bei regelmäßiger Anwendung.
Anti-statische Wirkung
Die kationischen Ladungen kompensieren die negative Aufladung, die durch Reibung (Kämmen, Handtuchtrocknen) entsteht. Dadurch wird die elektrostatische Abstoßung zwischen Haarsträhnen neutralisiert, was besonders bei niedriger Luftfeuchtigkeit und synthetischen Textilien relevant ist. Der Effekt hält mehrere Stunden nach der Anwendung an.
Dosierung & Regulierung
Fuer wen ist Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride geeignet?
Bildet einen feuchtigkeitsspeichernden Film ohne Okklusion und verhindert transepidermalen Wasserverlust.
Das pflanzliche Polymer ist besonders mild und wird auch in besonders hautvertraeglichen Formulierungen eingesetzt.
Repariert beschädigte Cuticula-Schichten durch gezielte Anhaftung an Bruchstellen der Keratinstruktur.
Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride in deiner Routine
Als Conditioner-Basis
In Spülungen und Conditionern: Nach der Haarwäsche auf das handtuchtrockene Haar auftragen, 2-3 Minuten einwirken lassen. Das Polymer benötigt Kontaktzeit, um sich optimal an die Haarfaser zu binden.
In Leave-in-Produkten
Bei höheren Konzentrationen (0.3-0.5%) in Sprays oder Cremes: Auf das feuchte Haar aufsprühen oder einarbeiten. Nicht ausspülen – der Film entwickelt seine volle Wirkung beim Trocknen.
In Gesichtspflege
In Seren oder leichten Cremes (0.1-0.3%): Nach der Reinigung auf die feuchte Haut auftragen. Das Polymer verstärkt die Penetration nachfolgender Wirkstoffe durch Verbesserung der Filmbildung.
Kombination mit Ölen
Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride emulgiert leichte Öle und verbessert deren Verteilung. In Haarölen mit 0.2% zusetzen – dadurch wird die Kämmbarkeit weiter optimiert ohne Beschwerung.
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RAU CosmeticsHaeufige Fragen zu Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride
Unterscheidet sich dieses Polymer von normalem Guargummi?
Ja, fundamental. Normales Guargummi (E412) ist ein neutrales Polysaccharid, das hauptsächlich als Verdickungsmittel dient. Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride ist chemisch modifiziert mit kationischen (positiv geladenen) Gruppen, die gezielt an negativ geladene Oberflächen wie Haar und Haut binden. Diese Modifikation macht es wasserlöslich und verhindert die Klebrigkeit von unmodifiziertem Guar. Die Hydroxypropyls-Gruppen erhöhen zudem die Flexibilität und verhindern Ausfällung in salzreichen Formulierungen.
Kann es zu Build-up auf dem Haar kommen?
Bei normaler Anwendung (bis 0.5% in Rinse-off-Produkten) ist Build-up minimal, da das Polymer wasserlöslich ist und bei jeder Haarwäsche teilweise entfernt wird. Bei sehr häufiger Nutzung von Leave-in-Produkten mit hohen Konzentrationen (>1%) kann sich über Wochen eine Schichtung bilden, die das Haar beschwert. Ein gelegentliches Tiefenreinigungs-Shampoo (z.B. mit Sulfaten) entfernt akkumulierte Rückstände vollständig. Im Gegensatz zu Silikonen lässt sich Guar-Polymer problemlos auswaschen.
Ist es für Locken geeignet (Curly Girl Method)?
Ja, es ist eines der wenigen CG-approved Polymere. Da es wasserlöslich ist und keine Silikone enthält, erfüllt es die Kriterien der Curly Girl Method. Die filmbildenden Eigenschaften definieren Locken neu und reduzieren Frizz, ohne die natürliche Sprungkraft zu beeinträchtigen. Viele Lockenpflege-Produkte setzen 0.2-0.4% ein, um Halt und Definition zu geben. Wichtig: Bei sehr porösem Haar kann auch dieses Polymer akkumulieren – dann hilft ein Low-Poo-Shampoo.
Funktioniert es auch in sauren Formulierungen (pH < 5)?
Ja, im Gegensatz zu vielen anderen kationischen Polymeren ist Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride in einem breiten pH-Bereich (3-9) stabil und aktiv. Bei pH 4-5 (typisch für Conditioner) entfaltet es sogar optimale Wirkung, da bei diesem pH-Wert die Cuticula-Schicht des Haares am stärksten negativ geladen ist. Saure Rinses mit Apfelessig (pH 3-4) kombinieren gut mit diesem Polymer, da es nicht ausfällt oder seine Ladung verliert.
Kann ich es mit Proteinen kombinieren?
Ja, die Kombination ist synergistisch. Hydrolysierte Proteine (z.B. Weizenprotein, Seidenprotein) dringen tiefer in die Haarfaser ein und reparieren strukturell, während Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride an der Oberfläche einen Schutzfilm bildet. Dieser Film versiegelt die durch Proteine reparierten Bereiche und verlängert deren Wirkung. Optimal: Erst ein Protein-Treatment, dann eine Spülung mit 0.3-0.5% Guar-Polymer. Vorsicht bei sehr feinem Haar – die Kombination kann zu viel Fülle erzeugen.
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