Fettsäure-Emulgator

Stearinsäure (STEARIC ACID)
Gesättigte Fettsäure (C18)

Stearinsäure (STEARIC ACID) ist Wird industriell durch Hydrolyse (Spaltung) von pflanzlichen Fetten und Ölen wie Palmöl, Kokosöl oder Sheabutter gewonnen. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

INCI: STEARIC ACID  |  CAS: 57-11-4  |  Auch bekannt als: Octadecansäure, n-Octadecansäure, C18:0, 1-Heptadecanecarboxylic acid, Stearin, Stearate (verseift)
Stoffklasse Gesättigte Fettsäure (C18)
INCI-Name STEARIC ACID
CAS-Nummer 57-11-4
Komedogenitaet Grad 2 (niedrig bis mittel)

Was ist Stearinsäure (STEARIC ACID)?

Stearinsäure (INCI: STEARIC ACID) ist eine gesättigte Fettsäure mit 18 Kohlenstoffatomen und eine der am häufigsten verwendeten Komponenten in der Kosmetik-Industrie. Sie wird durch Hydrolyse pflanzlicher Öle wie Palmöl, Kokosöl oder Sheabutter gewonnen und anschließend destillativ gereinigt. Historisch stammt der Name vom griechischen Wort stear (Talg), da sie erstmals 1816 aus tierischen Fetten isoliert wurde – heute dominiert die pflanzliche Herstellung. In Kosmetikprodukten dient Stearinsäure als Emulgator, Konsistenzgeber und okklusive Barriere-Substanz. Besonders in Kombination mit alkalischen Neutralisierungsmitteln (z.B. Triethanolamin) bildet sie stabile Emulsionen und verleiht Cremes ihre charakteristische cremige, seidig-matte Textur.

Wusstest du? Stearinsäure war ein Schlüsselmaterial der Industriellen Revolution: Sie wurde ab dem 19. Jahrhundert zur Herstellung von Kerzen verwendet, die deutlich heller brannten und weniger rußten als traditionelle Talg-Kerzen – und ermöglichte so die Massenproduktion erschwinglicher Beleuchtung.

Woher kommt Stearinsäure (STEARIC ACID)?

Wird industriell durch Hydrolyse (Spaltung) von pflanzlichen Fetten und Ölen wie Palmöl, Kokosöl oder Sheabutter gewonnen. Die Fettsäure wird anschließend durch fraktionierte Destillation gereinigt. Historisch wurde Stearinsäure aus tierischen Fetten (Talg) isoliert, heute dominiert die pflanzliche Gewinnung. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt Stearinsäure (STEARIC ACID) auf zellulaerer Ebene?

Stearinsäure bildet an der Öl-Wasser-Grenzfläche einen monomolekularen Film, der durch ihre amphiphile Struktur (hydrophiler Carboxyl-Kopf, lipophiler C18-Schwanz) die Oberflächenspannung reduziert. In Kombination mit Alkali (z.B. Natriumhydroxid oder Triethanolamin) verseift sie zu Stearat-Salzen, die als anionische Emulgatoren wirken und stabile O/W- oder W/O-Emulsionen ermöglichen. Zusätzlich fungiert sie als Co-Emulgator und Konsistenzgeber, der die Viskosität und Textur von Cremes reguliert.

So wirkt Stearinsäure (STEARIC ACID) auf deine Haut

Emulsionsstabilisierung

Stearinsäure ermöglicht die Bildung stabiler Emulsionen, indem sie die Grenzflächenspannung zwischen Öl- und Wasserphase herabsetzt. In Kombination mit Neutralisierungsmitteln entstehen Stearat-Seifen, die als effektive Emulgatoren wirken. Dadurch bleiben Cremes homogen und trennen sich nicht in ihre Bestandteile – auch nach Monaten Lagerung.

Okklusive Barriere

Durch ihre langkettige, gesättigte Struktur bildet Stearinsäure einen leichten Film auf der Haut, der den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) um bis zu 20% reduzieren kann. Dieser okklusiver Effekt hält die Haut geschmeidig und verhindert Austrocknung – besonders wichtig bei rissiger oder schuppiger Haut.

Textur-Optimierung

Stearinsäure erhöht die Viskosität von Emulsionen und verleiht ihnen eine cremige, seidig-matte Textur. Sie verhindert das 'Ausbluten' von Ölen an der Oberfläche (Synerese) und sorgt für ein angenehmes Hautgefühl ohne Klebrigkeit. In Stift-Formulierungen stabilisiert sie die feste Konsistenz.

pH-Pufferung und Reinigung

In alkalischen Formulierungen (z.B. mit Triethanolamin) bildet Stearinsäure Stearat-Salze, die mild reinigend wirken und gleichzeitig den pH-Wert im hautfreundlichen Bereich puffern. Diese Verseifungsprodukte sind deutlich sanfter als klassische Seifen und werden in Reinigungscremes und Rasierschäumen eingesetzt.

Perlglanz-Effekt

In speziellen Konzentrationen kristallisiert Stearinsäure in lamellenartigen Strukturen, die Licht reflektieren und Produkten einen subtilen Perlglanz verleihen. Dieser Effekt wird in Shampoos, Duschgels und Lotionen genutzt, um visuell hochwertige, luxuriös wirkende Texturen zu erzeugen.

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 1-5% als Emulgator, 2-10% als Konsistenzgeber in Cremes und Lotionen, bis zu 15% in Stift-Formulierungen (z.B. Lippenpflege, Deo-Sticks)
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäß EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009

Fuer wen ist Stearinsäure (STEARIC ACID) geeignet?

Normale Haut

Bildet einen leichten Schutzfilm ohne die Hautbalance zu stören – ideal für stabile, pflegende Alltagscremes.

Trockene Haut

Versiegelt die Hautoberfläche und reduziert den transepidermalen Wasserverlust (TEWL), was zu langanhaltender Feuchtigkeit führt.

Reife Haut

Reichhaltige Texturen mit Stearinsäure unterstützen die geschwächte Hautbarriere und verleihen ein seidiges, gepflegtes Hautgefühl.

Stearinsäure (STEARIC ACID) in deiner Routine

Morgens: Reichhaltige Tagescreme

Trage eine erbsengroße Menge Creme mit Stearinsäure auf Gesicht und Hals auf. Die Fettsäure bildet einen Schutzfilm, der deine Haut den ganzen Tag vor Feuchtigkeitsverlust bewahrt – ideal unter Make-up.

Abends: Reinigungscreme

Massiere eine haselnussgroße Menge Reinigungscreme (mit verseifter Stearinsäure) sanft in die trockene Haut ein, um Make-up und Schmutz zu lösen. Mit lauwarmem Wasser abnehmen – die milden Stearat-Salze reinigen ohne auszutrocknen.

Nach dem Duschen: Bodylotion

Verteile großzügig eine Bodylotion mit Stearinsäure auf noch leicht feuchter Haut. Die okklusiven Eigenschaften verschließen die Feuchtigkeit und hinterlassen ein seidig-glattes Gefühl ohne Fettfilm.

Winter-Pflege: Lippenpflege-Stift

Nutze einen Lippenpflegestift mit Stearinsäure (bis 15% Konzentration) mehrmals täglich. Die Fettsäure gibt dem Stift seine feste Konsistenz und schützt die empfindliche Lippenhaut vor Kälte und Wind.

Lagerung: Stearinsäure ist chemisch sehr stabil und nicht oxidationsanfällig (gesättigte Fettsäure). Bei Raumtemperatur fest (Schmelzpunkt ca. 69°C), sollte sie trocken und kühl gelagert werden. In Formulierungen kann sie bei zu schnellem Abkühlen auskristallisieren und körnige Texturen verursachen – daher langsam rühren beim Erkalten lassen. Lichtempfindlichkeit besteht nicht.

RAU Cosmetics Produkte mit Stearinsäure (STEARIC ACID)

Haeufige Fragen zu Stearinsäure (STEARIC ACID)

Ist Stearinsäure komedogen? Kann sie Unreinheiten verursachen?

Stearinsäure hat einen Komedogenitätsgrad von 2 (auf einer Skala von 0-5), gilt also als leicht komedogen. Bei öliger oder zu Akne neigender Haut sollten Produkte mit hohen Konzentrationen (über 5%) vermieden werden. In modernen Formulierungen wird sie meist in niedrigeren Dosierungen und in Kombination mit nicht-komedogenen Emollienten eingesetzt, wodurch das Risiko minimiert wird. Bei normaler und trockener Haut ist sie in der Regel unproblematisch.

Wie unterscheidet sich Stearinsäure von Palmitinsäure?

Beide sind gesättigte Fettsäuren, aber Stearinsäure hat 18 Kohlenstoffatome (C18:0), während Palmitinsäure nur 16 hat (C16:0). Diese zwei zusätzlichen C-Atome machen Stearinsäure schwerer schmelzbar (Schmelzpunkt ca. 69°C vs. 63°C bei Palmitinsäure) und verleihen ihr festere, wachsartigere Eigenschaften. Daher wird Stearinsäure bevorzugt in Stift-Formulierungen und als Konsistenzgeber eingesetzt, während Palmitinsäure häufiger in flüssigeren Emulsionen vorkommt.

Kann Stearinsäure aus nachhaltigen Quellen stammen?

Ja, aber es kommt auf die Rohstoffquelle an. Stearinsäure wird heute meist aus Palmöl gewonnen, das oft mit Regenwald-Abholzung in Verbindung steht. Nachhaltige Alternativen sind zertifiziertes RSPO-Palmöl, Stearinsäure aus Kokosöl oder aus Sheabutter (Fairtrade-Projekte in Westafrika). Einige Hersteller setzen auch auf biotechnologische Verfahren (Fermentation mit Mikroorganismen), die ganz ohne Plantagen-Anbau auskommen. Achte auf entsprechende Zertifikate wie RSPO, EcoCert oder 'palm-free'.

Warum wird Stearinsäure oft mit Triethanolamin kombiniert?

Triethanolamin (TEA) ist eine alkalische Substanz, die Stearinsäure neutralisiert (verseift) und in wasserlösliche Stearat-Salze umwandelt. Diese Salze fungieren als anionische Emulgatoren und ermöglichen die Bildung stabiler Öl-in-Wasser-Emulsionen. Ohne diese Verseifung wäre Stearinsäure allein nicht ausreichend wasserlöslich und könnte keine stabilen Cremes bilden. Die Kombination wird klassisch in Reinigungscremes, Rasierschäumen und leichten Tagescremes eingesetzt.

Kann Stearinsäure bei empfindlicher Haut Irritationen auslösen?

Reine Stearinsäure ist in üblichen Konzentrationen (1-10%) gut verträglich und gilt als nicht-irritierend. Probleme können entstehen, wenn sie in stark alkalischen Formulierungen (pH > 9) vorliegt oder mit aggressiven Co-Emulgatoren kombiniert wird. Bei sehr empfindlicher oder zu Rosazea neigender Haut können okklusiven Inhaltsstoffe wie Stearinsäure in sehr reichhaltigen Cremes (>10%) manchmal ein Wärmegefühl oder leichte Rötungen verursachen. In modernen, pH-balancierten Formulierungen ist sie jedoch meist unproblematisch.

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