Glykosaminoglykan

Hyaluronsäure
Glykosaminoglykan (körpereigenes Polysaccharid)

Hyaluronsäure ist Wird heute hauptsächlich durch bakterielle Fermentation mit Streptococcus zooepidemicus gewonnen. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

INCI: Hyaluronic Acid  |  CAS: 9004-61-9  |  Auch bekannt als: Sodium Hyaluronate, Hyaluronan, HA, Hyaluronate Sodium, Hydrated Hyaluronic Acid
Stoffklasse Glykosaminoglykan (körpereigenes Polysaccharid)
INCI-Name Hyaluronic Acid
CAS-Nummer 9004-61-9
Komedogenitaet Grad 0 (nicht komedogen)

Was ist Hyaluronsäure?

Hyaluronsäure (INCI: Hyaluronic Acid) ist ein körpereigenes Glykosaminoglykan, das aus repetierenden Disaccharid-Einheiten besteht und bis zu 1000-fach sein Eigengewicht an Wasser binden kann. Ursprünglich aus Hahnenkämmen extrahiert, wird sie heute durch bakterielle Fermentation mit Streptococcus zooepidemicus gewonnen — ein biotechnologisches Verfahren, das reinere und ethischere Rohstoffe liefert. Die Besonderheit: Je nach Molekülgröße (von 5 kDa bis 2000 kDa) wirkt Hyaluronsäure in unterschiedlichen Hautschichten — niedermolekulare Formen penetrieren bis in die Dermis und stimulieren Kollagen-Synthese, während hochmolekulare Varianten einen schützenden Feuchtigkeitsfilm auf der Oberfläche bilden. Die körpereigene Produktion sinkt ab Mitte 20 um etwa 1% pro Jahr, weshalb topische Anwendung als eine der effektivsten Anti-Aging-Strategien gilt.

Wusstest du? Die größten Hyaluronsäure-Moleküle können aus über 25.000 Disaccharid-Einheiten bestehen und wären, wenn man sie auseinanderziehen könnte, mehrere Mikrometer lang — das entspricht etwa der Dicke eines menschlichen Haares. Interessanterweise haben Nacktmulle, die kaum altern und extrem selten Krebs entwickeln, eine besonders hochmolekulare Hyaluronsäure-Variante (5-mal größer als beim Menschen), die vermutlich zu ihrer außergewöhnlichen Langlebigkeit beiträgt.

Woher kommt Hyaluronsäure?

Wird heute hauptsächlich durch bakterielle Fermentation mit Streptococcus zooepidemicus gewonnen. Früher aus Hahnenkämmen extrahiert, ist die biotechnologische Produktion heute Standard, da sie reiner und ethischer ist. Das Molekül ist identisch mit der körpereigenen Hyaluronsäure im Bindegewebe. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt Hyaluronsäure auf zellulaerer Ebene?

Besteht aus repetierenden Disaccharid-Einheiten (D-Glucuronsäure + N-Acetyl-D-Glucosamin), die über multiple Hydroxylgruppen bis zu 1000-fach ihr Eigengewicht an Wasser binden können. Niedermolekulare Hyaluronsäure (<50 kDa) penetriert die Hornschicht und stimuliert in der Dermis die Fibroblasten zur Kollagen- und Elastin-Synthese. Hochmolekulare Hyaluronsäure (>1000 kDa) bildet einen hydrophilen Film auf der Hautoberfläche, der transepidermalen Wasserverlust reduziert und durch CD44-Rezeptor-Interaktion entzündungshemmend wirkt.

So wirkt Hyaluronsäure auf deine Haut

Tiefenwirksame Feuchtigkeitsversorgung

Das Disaccharid-Polymer bindet durch multiple Hydroxylgruppen bis zu 6 Liter Wasser pro Gramm Trockensubstanz. Niedermolekulare Fraktionen (<50 kDa) penetrieren die Hornschicht und hydratisieren die lebenden Epidermisschichten, während hochmolekulare Formen (>1000 kDa) einen oberflächlichen Feuchtigkeitsfilm bilden. Dieser Dual-Effekt sorgt für sofortige Aufpolsterung und langanhaltende Hydratation über mehrere Stunden.

Stimulation der Kollagen-Synthese

Niedermolekulare Hyaluronsäure-Fragmente wirken als Signalmoleküle und aktivieren über TLR4- und CD44-Rezeptoren dermale Fibroblasten. Dies führt zu erhöhter Expression von Kollagen Typ I und III sowie Elastin. Klinische Studien zeigen nach 8-12 Wochen regelmäßiger Anwendung eine Zunahme der Hautdichte um 10-20% und Reduktion der Faltentiefe um durchschnittlich 25%.

Barriere-Reparatur und Entzündungshemmung

Hochmolekulare Hyaluronsäure (>1500 kDa) interagiert mit CD44-Rezeptoren auf Keratinozyten und hemmt die Freisetzung pro-inflammatorischer Zytokine wie IL-1β und TNF-α. Gleichzeitig reduziert der hydrophile Oberflächenfilm den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) um bis zu 30%, was die Barrierefunktion messbar stabilisiert und Reizungen vorbeugt.

Wundheilungs-Förderung

Hyaluronsäure beschleunigt die Reepithelisierung durch Steigerung der Keratinozyten-Migration und -Proliferation. Sie moduliert die extrazelluläre Matrix-Organisation während der Granulationsphase und reduziert überschießende Narbenbildung. Besonders oligomere Hyaluronsäure-Fragmente (5-20 Disaccharid-Einheiten) zeigen starke angiogenetische Effekte, die die Nährstoffversorgung im Wundgebiet verbessern.

Sofortiger Glow-Effekt

Durch Wasserbindung in oberflächlichen Hautschichten werden feine Linien sofort optisch aufgefüllt. Die glatte, hydratisierte Oberfläche reflektiert Licht homogener, was zu einem visuellen Strahle-Effekt führt. Hochvernetzte Hyaluronsäure bildet zusätzlich einen seidig-glatten Film, der die Lichtstreuung optimiert und den Teint ebenmäßiger erscheinen lässt.

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 0.05-2% in Seren und Ampullen, 0.01-0.5% in Cremes und Lotionen. Höhere Konzentrationen (>1.5%) können paradoxerweise austrocknend wirken, wenn Umgebungsluftfeuchtigkeit <40%
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäss EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Als körpereigener Stoff mit hervorragendem Sicherheitsprofil zugelassen.

Fuer wen ist Hyaluronsäure geeignet?

Trockene Haut

Bindet bis zu 1000-mal ihr Eigengewicht an Wasser und versorgt ausgetrocknete Hautschichten intensiv mit Feuchtigkeit.

Reife Haut

Körpereigene Hyaluronsäure-Produktion sinkt ab 25 Jahren um 1% pro Jahr — topische Anwendung kompensiert diesen Verlust und mindert Falten.

Empfindliche Haut

Als körpereigenes Molekül praktisch nicht allergen; hochmolekulare Varianten wirken zusätzlich entzündungshemmend über CD44-Rezeptor-Bindung.

Fettige Haut

Spendet Feuchtigkeit ohne Fettfilm — besonders niedermolekulare Formen wirken nicht okklusiv und verstopfen keine Poren.

Mischhaut

Reguliert den Feuchtigkeitshaushalt in trockenen Partien, ohne ölige Zonen zusätzlich zu belasten — ideal für inhomogene Hautbilder.

Hyaluronsäure in deiner Routine

Auf feuchte Haut auftragen

Trage Hyaluronsäure-Produkte auf noch feuchte Haut auf (direkt nach der Reinigung oder über ein Hydrolat). Hyaluronsäure zieht Feuchtigkeit aus der Umgebung — bei trockener Luft (<40% Luftfeuchtigkeit) kann sie sonst paradoxerweise Wasser aus tieferen Hautschichten ziehen und austrocknend wirken.

Multi-Molekulargewicht bevorzugen

Idealerweise Seren verwenden, die low-, medium- und high-weight Hyaluronsäure kombinieren (z.B. 5 kDa + 50 kDa + 1500 kDa). So profitierst du von Tiefenwirkung UND Oberflächeneffekt. 2-3 Tropfen für Gesicht und Hals genügen.

Mit Okklusiv versiegeln

Nach dem Hyaluronsäure-Serum eine Creme oder ein Öl auftragen, um die Feuchtigkeit zu versiegeln. Hyaluronsäure allein ist kein Okklusivum — ohne Abschluss verdunstet das gebundene Wasser rasch, besonders in trockenen Klimazonen oder beheizten Räumen.

Morgens und abends verwenden

Hyaluronsäure ist photostabil und kann bedenkenlos morgens unter Sonnenschutz verwendet werden. Für optimale Anti-Aging-Effekte abends mit Retinol oder Peptiden kombinieren — Hyaluronsäure puffert potenzielle Reizungen dieser Aktiv-Stoffe.

Lagerung: Sehr stabil bei korrekter Lagerung. Lichtgeschützt und kühl (<25°C) aufbewahren, da UV-Strahlung und Hitze die Molekülketten fragmentieren können (Depolymerisation). In angebrochenen Produkten können Enzyme aus Mikroorganismen Hyaluronsäure abbauen — daher auf hygienische Entnahme achten (Spatel statt Finger bei Tiegeln). pH-Bereich 4.0-7.5 ist optimal; bei sehr sauren Formulierungen (

RAU Cosmetics Produkte mit Hyaluronsäure

Haeufige Fragen zu Hyaluronsäure

Warum gibt es verschiedene Molekülgrößen und welche ist die beste?

Die Molekülgröße bestimmt, wo Hyaluronsäure wirkt: Niedermolekulare (<50 kDa) penetriert bis in die Dermis und stimuliert Kollagen-Produktion, mittlere (50-1000 kDa) hydratisiert die Epidermis, hochmolekulare (>1000 kDa) bildet einen schützenden Oberflächenfilm. Idealerweise kombinierst du alle drei Größen in einem Produkt, um von sofortiger Aufpolsterung UND Langzeitwirkung zu profitieren. Reine niedermolekulare Hyaluronsäure allein kann bei sehr trockener Haut zunächst leicht reizen, da sie tief eindringt.

Kann Hyaluronsäure die Haut austrocknen?

Ja, das ist möglich — aber nur unter spezifischen Bedingungen. Wenn die Luftfeuchtigkeit unter 40-45% liegt (z.B. im Winter bei Heizungsluft oder in Flugzeugen), kann hochkonzentrierte Hyaluronsäure (>1.5%) paradoxerweise Wasser aus tieferen Hautschichten ziehen, statt es aus der Umgebung zu binden. Deshalb solltest du Hyaluronsäure immer auf feuchte Haut auftragen und mit einer okklusiven Creme oder Öl versiegeln. In feuchten Klimazonen oder nach Hydrolat-Spray ist dieser Effekt kein Problem.

Ist Sodium Hyaluronate dasselbe wie Hyaluronic Acid?

Sodium Hyaluronate ist das Natriumsalz der Hyaluronsäure — chemisch praktisch identisch, aber mit einem entscheidenden Unterschied: Es hat ein kleineres Molekül (durchschnittlich 10-20 kDa) und ist wasserlöslicher. In Kosmetika wird überwiegend Sodium Hyaluronate verwendet, da es sich besser in Formulierungen einarbeiten lässt und stabiler ist. Die Wirkung auf der Haut ist vergleichbar, wobei Sodium Hyaluronate tendenziell besser penetriert. Der INCI-Name 'Hyaluronic Acid' umfasst beide Formen.

Ab welchem Alter sollte man Hyaluronsäure verwenden?

Bereits ab Mitte 20 beginnt die körpereigene Hyaluronsäure-Synthese um etwa 1% pro Jahr zu sinken. Mit 50 hat die Haut nur noch etwa 50% der ursprünglichen Hyaluronsäure-Konzentration. Präventiv kannst du ab 25 Jahren mit topischer Anwendung starten, um den Abbau zu kompensieren. Auch jüngere Haut profitiert von der Feuchtigkeitsversorgung, besonders bei Trockenheit oder nach aggressiven Treatments (Peelings, Retinoide). Es gibt keine Untergrenze — Hyaluronsäure ist extrem gut verträglich.

Kann man Hyaluronsäure überdosieren?

Eine klassische Überdosierung im toxikologischen Sinn ist nicht möglich, da Hyaluronsäure körpereigen und nicht-toxisch ist. Allerdings können zu hohe Konzentrationen (>2%) in Seren zu einem 'klebrigen' Hautgefühl führen und bei niedriger Luftfeuchtigkeit den beschriebenen Austrocknungs-Effekt verstärken. Optimal sind 0.5-1.5% in Seren. Auch täglich zweimalige Anwendung ist unbedenklich — anders als bei Säure-Peelings gibt es keine Gefahr der Über-Exfoliation.

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