Emulgator

Glyceryl Stearate
Nicht-ionischer Glycerinester-Emulgator

Glyceryl Stearate ist Wird durch Veresterung von pflanzlichem Glycerin mit Stearinsäure (meist aus Palmöl oder Kokosöl) hergestellt. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

CAS: 31566-31-1  |  Auch bekannt als: Glycerolmonostearat, GMS, Monostearin, Glyceryl Monostearate, Octadecanoic acid, monoester with 1,2,3-propanetriol, E471 (als Lebensmittelzusatzstoff)
Stoffklasse Nicht-ionischer Glycerinester-Emulgator
INCI-Name Glyceryl Stearate
CAS-Nummer 31566-31-1
Komedogenitaet Grad 3 (mittel)

Was ist Glyceryl Stearate?

Glyceryl Stearate ist ein nicht-ionischer Emulgator, der durch Veresterung von pflanzlichem Glycerin mit Stearinsäure entsteht – ein Klassiker der Kosmetikformulierung seit den 1950er Jahren. Anders als aggressive anionische Tenside stabilisiert er Öl-in-Wasser-Emulsionen, ohne die Hautbarriere anzugreifen oder Proteine zu denaturieren. Seine besondere Stärke liegt in der Bildung von lamellaren Flüssigkristallen, die nicht nur Cremes stabilisieren, sondern auch die natürliche Lipidstruktur der Haut nachahmen. Mit einem mittleren Komedogenitätsgrad (3) ist er ideal für trockene und reife Haut, während fettige Hauttypen niedrigere Konzentrationen bevorzugen sollten. In der INCI-Liste taucht er oft als 'Glyceryl Stearate SE' auf – die selbstemulgierende Variante mit zusätzlichen Seifenkomponenten für noch stabilere Emulsionen.

Wusstest du? Glyceryl Stearate war einer der ersten 'grünen' Emulgatoren: Bereits in den 1960er Jahren wurde er als hautfreundliche Alternative zu aggressiven Seifenbasen beworben. Seine Struktur ähnelt natürlichen Hautlipiden so stark, dass er in biophysikalischen Studien tatsächlich in die Lipidlamellen des Stratum corneum eingebaut wird – die Haut 'erkennt' ihn quasi als körpereigenen Baustein.

Woher kommt Glyceryl Stearate?

Wird durch Veresterung von pflanzlichem Glycerin mit Stearinsäure (meist aus Palmöl oder Kokosöl) hergestellt. Die Reaktion erfolgt unter Hitze und Katalysator, wodurch ein halbfester, wachsartiger Stoff entsteht, der sowohl lipophile als auch hydrophile Eigenschaften besitzt. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt Glyceryl Stearate auf zellulaerer Ebene?

Glyceryl Stearate positioniert sich an der Grenzfläche zwischen Öl- und Wasserphase einer Emulsion. Das lipophile Stearinsäure-Ende verankert sich in der Ölphase, während die hydrophilen Glycerin-Hydroxylgruppen zur Wasserphase orientiert sind. Dieser amphiphile Charakter stabilisiert Öl-in-Wasser-Emulsionen, indem er die Oberflächenspannung reduziert und eine schützende Schicht um Öltröpfchen bildet. Zusätzlich bildet er auf der Haut einen atmungsaktiven Lipidfilm, der den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) messbar reduziert.

So wirkt Glyceryl Stearate auf deine Haut

Emulsionsstabilisierung

Ermöglicht die stabile Verbindung von Öl- und Wasserphase in Cremes und Lotionen durch Reduktion der Grenzflächenspannung. Verhindert Phasentrennung über Monate hinweg und gewährleistet gleichmässige Wirkstoffverteilung. Besonders effektiv in O/W-Emulsionen, wo er feinste Öltröpfchen in der wässrigen Phase stabilisiert.

Feuchtigkeitsbewahrung

Bildet einen semi-okklusiven Lipidfilm auf der Haut, der den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) um 15-25% reduzieren kann. Dieser Film ist atmungsaktiv und nicht komedogen bei normaler Dosierung. Unterstützt die natürliche Barrierefunktion, ohne die Hautatmung zu blockieren.

Hautweichmachung

Die Esterstruktur des Moleküls wirkt als Emollient, indem sie sich in die Lipidmatrix des Stratum corneum einlagert. Dies verbessert die Geschmeidigkeit und reduziert Rauheit messbar. Klinische Studien zeigen nach 4 Wochen regelmässiger Anwendung eine signifikante Verbesserung der Hautelastizität.

Penetrationsverstärkung

Durch die partielle Auflockerung der Lipidlamellen im Stratum corneum kann Glyceryl Stearate die Penetration anderer Wirkstoffe (z.B. Vitamine, Antioxidantien) um bis zu 30% verbessern. Dieser Effekt ist besonders ausgeprägt bei lipophilen Wirkstoffen, die durch den stabilisierten Lipidfilm besser in die Haut gelangen.

Hautberuhigung

Als nicht-ionischer Emulgator reizt er Hautproteine nicht und denaturiert keine epidermalen Strukturen. Patch-Tests zeigen eine Irritationsrate unter 1%. Besonders geeignet für empfindliche Haut, da er im Gegensatz zu anionischen Emulgatoren keine Schwellung der Korneozyten verursacht.

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 1-10% in Emulsionen, typischerweise 2-5% in Gesichtscremes, bis zu 10% in reichhaltigen Körperlotionen
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäss EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009

Fuer wen ist Glyceryl Stearate geeignet?

Trockene Haut

Der gebildete Lipidfilm auf der Hautoberfläche reduziert den transepidermalen Wasserverlust nachweislich und unterstützt die Barrierefunktion bei lipiddefizitärer Haut.

Reife Haut

Gleicht den altersbedingten Rückgang hauteigener Lipide aus und verbessert die Geschmeidigkeit sowie die Aufnahmefähigkeit aktiver Wirkstoffe durch stabilisierte Emulsionen.

Empfindliche Haut

Als nicht-ionischer Emulgator ist er besonders hautschonend, da er die Hautbarriere weniger irritiert als anionische Tenside und keine Denaturierung von Hautproteinen verursacht.

Glyceryl Stearate in deiner Routine

Formulierungsbasis

Glyceryl Stearate ist typischerweise in der Produktbasis enthalten und muss nicht separat appliziert werden. Achte auf Produkte mit 2-5% Glyceryl Stearate für optimale Emulsionsstabilität ohne Schwere.

Anwendung auf leicht feuchter Haut

Trage Cremes mit Glyceryl Stearate auf leicht angefeuchtete Haut auf (z.B. nach Gesichtswasser). Der Emulgator verstärkt die Okklusion und bindet die Restfeuchtigkeit in der Haut.

Kombination mit Wirkstoffen

Nutze Glyceryl Stearate-haltige Produkte als Träger für lipophile Wirkstoffe (Vitamin E, Retinol, Q10). Die stabilisierte Emulsion sorgt für gleichmässige Wirkstoffverteilung und verbesserte Penetration.

Reichhaltige Nachtpflege

Produkte mit höherem Glyceryl Stearate-Anteil (5-10%) eignen sich besonders für die Nachtpflege, da der okklusivere Lipidfilm über Nacht den Feuchtigkeitshaushalt regeneriert.

Lagerung: Relativ hitzestabil bis 80°C, darüber hinaus kann Vergilbung durch Oxidation der Stearinsäure auftreten. Vor direkter Sonneneinstrahlung schützen, da UV-Licht die Esterbindung langfristig schwächen kann. In Formulierungen mit hohem Wasseranteil über 6 Monate lagerstabil bei Raumtemperatur. Kühl (15-25°C) und trocken lagern.

RAU Cosmetics Produkte mit Glyceryl Stearate

Haeufige Fragen zu Glyceryl Stearate

Warum steht manchmal 'Glyceryl Stearate SE' auf der INCI-Liste?

Das 'SE' steht für 'Self-Emulsifying' (selbstemulgierend) und bedeutet, dass dem Glyceryl Stearate ein geringer Anteil (5-10%) eines anionischen Co-Emulgators (meist Natriumstearat oder Kaliumstearat) zugesetzt wurde. Dies verbessert die Emulgiereigenschaften, kann aber bei sehr empfindlicher Haut leicht irritierender wirken als reines Glyceryl Stearate. Die Kombination ermöglicht stabilere Emulsionen bei niedrigerer Gesamtemulgatorkonzentration.

Ist Glyceryl Stearate für fettige Haut geeignet?

Bei fettiger Haut ist Vorsicht geboten, da Glyceryl Stearate mit einem Komedogenitätsgrad von 3 (mittel) eingestuft wird. In Konzentrationen über 5% kann es bei zu Unreinheiten neigender Haut Poren verstopfen. Für fettige Haut sind Formulierungen mit maximal 2-3% Glyceryl Stearate oder alternative nicht-komedogene Emulgatoren (z.B. Lecithin, Polyglyceryl-Ester) besser geeignet. Leichte O/W-Emulsionen mit niedrigem Glyceryl Stearate-Anteil sind meist gut verträglich.

Kann Glyceryl Stearate allergische Reaktionen auslösen?

Echte allergische Reaktionen auf reines Glyceryl Stearate sind extrem selten (unter 0.1% in Patch-Tests). Da es jedoch oft aus Palmöl oder Kokosöl gewonnen wird, können Verunreinigungen oder Rückstände aus der Herstellung theoretisch sensibilisieren. Die 'SE'-Variante enthält zusätzlich Alkalimetallsalze (Seifen), die bei empfindlicher Haut eher zu Irritationen führen können. Bei bekannter Palmöl-Allergie sollte die Herkunft geprüft werden.

Unterscheidet sich Glyceryl Stearate von PEG-basierten Emulgatoren?

Ja, fundamental. Glyceryl Stearate ist ein nicht-ionischer Ester aus natürlichen Bausteinen (Glycerin + Fettsäure), während PEG-Emulgatoren (z.B. PEG-100 Stearate) durch Ethoxylierung synthetisiert werden. Glyceryl Stearate gilt als hautschonender, da es die Lipidbarriere weniger angreift und keine Penetrationsverstärkung durch Ethylenoxid-Ketten aufweist. PEG-Emulgatoren sind allerdings oft stärkere Emulgatoren und benötigen geringere Konzentrationen für stabile Emulsionen.

Warum wird Glyceryl Stearate oft mit Cetearyl Alcohol kombiniert?

Diese Kombination ist ein Klassiker in der Emulsionstechnologie. Cetearyl Alcohol (ein Fettalkohlgemisch) wirkt als Co-Emulgator und Konsistenzgeber, der die Lamellarphasen stabilisiert und die Viskosität erhöht. Glyceryl Stearate allein würde eine zu flüssige Emulsion ergeben. Das Duo bildet sogenannte 'lamellar liquid crystals' – hochgeordnete Strukturen, die nicht nur die Emulsion stabilisieren, sondern auch die Hautbarriere nachahmen und dadurch besonders hautfreundlich sind.

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