Pflanzliches Öl

Sanddornöl
Pflanzliches Öl (Kaltpressung aus Fruchtfleisch oder Kernen)

Sanddornöl ist Sanddornöl wird entweder aus dem orangefarbenen Fruchtfleisch (reich an Palmitoleinsäure, Omega-7) oder den Kernen (reich an Linolsäure, Omega-6) gewonnen. Erfahre hier alles über Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner täglichen Pflegeroutine.

INCI: Hippophae Rhamnoides Oil  |  CAS: 90106-68-6  |  Auch bekannt als: Sea Buckthorn Oil, Hippophae Oil, Sanddorn-Fruchtfleischoel, Sanddorn-Kernöl, Duindoornbesolie (Niederlaendisch), Argousier (Französisch)
Stoffklasse Pflanzliches Öl (Kaltpressung aus Fruchtfleisch oder Kernen)
INCI-Name Hippophae Rhamnoides Oil
CAS-Nummer 90106-68-6
Komedogenität Grad 1-2 (niedrig bis leicht)

Was ist Sanddornöl?

Sanddornöl (Hippophae rhamnoides) ist ein botanisches Powerhouse aus den Hochgebirgen Zentralasiens, das seit über 1200 Jahren in der Traditionellen Chinesischen Medizin bei Verbrennungen, Wunden und Hautkrankheiten eingesetzt wird. Besonders bemerkenswert ist die extrem hohe Konzentration an Palmitoleinsäure (Omega-7) — eine seltene Fettsäure, die natürlich in der menschlichen Haut vorkommt und die Zellregeneration beschleunigt. Mit bis zu 1800 mg Carotinoiden pro 100g (daher die intensive Orangefaerbung) und einem einzigartigen Cocktail aus Omega-3, -6, -7, -9, Vitamin E und Vitamin C ist es eines der antioxidantienreichsten Pflanzenöle weltweit. Die Pflanze selbst gilt als "Überlebenskünstler" extremer Klimazonen — sie übersteht Temperaturen von -40°C bis +40°C und reichert sich dabei mit Schutzstoffen an, die auch unserer Haut zugutekommen.

Wusstest du? Sanddorn wird auch "Zitrone des Nordens" genannt, da die Beeren 10-mal mehr Vitamin C enthalten als Orangen. In der Raumfahrt nutzte die NASA Sanddornöl zur Behandlung von Strahlenschäden bei Astronauten — die antioxidativen Eigenschaften schützen vor kosmischer Strahlung.

Woher kommt Sanddornöl?

Sanddornöl wird entweder aus dem orangefarbenen Fruchtfleisch (reich an Palmitoleinsäure, Omega-7) oder den Kernen (reich an Linolsäure, Omega-6) gewonnen. Die Pflanze gilt als Überlebenskünstler extremer Klimazonen und wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin seit über 1200 Jahren bei Hautverletzungen und Entzündungen eingesetzt. Der botanische Name lautet Hippophae rhamnoides (Familie: Elaeagnaceae (Oelweidengewaechse)). Verwendet wird: Fruchtfleisch oder Samen. Hauptherkunftsregionen: Hochgebirgsregionen Zentralasiens (Tibet, Himalaya), Nordeuropa, Sibirien. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitätsstandards gemäß der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschließlich Rohstoffe in Kosmetik-Qualität von geprüften Lieferanten.

Wie wirkt Sanddornöl auf zellulärer Ebene?

Die hohe Konzentration an Palmitoleinsäure (Omega-7) im Fruchtfleischoel ist besonders: Diese Fettsäure kommt natürlich in der menschlichen Haut vor und fördert die Zellproliferation und Wundheilung. Sanddornöl ist zudem aussergewöhnlich reich an Carotinoiden (bis zu 1800 mg/100g — daher die intensive Orangefaerbung) und Tocopherolen (Vitamin E), die freie Radikale abfangen und Lipidperoxidation verhindern. Die Kombination aus Omega-7, Vitamin C (in wasser-extrahierten Varianten), Vitamin E und Beta-Carotin unterstützt die Kollagensynthese und stärkt die Hautbarriere.

So wirkt Sanddornöl auf deine Haut

Zellregeneration & Wundheilung

Palmitoleinsäure (Omega-7) ist eine seltene Fettsäure, die in der menschlichen Talgdruese vorkommt und gezielt Fibroblasten aktiviert. Dies beschleunigt die Kollagenproduktion und Epithelisierung bei Mikroverletzungen, Narben oder nach dermatologischen Eingriffen. Studien zeigen eine messbare Reduktion der Wundheilungsdauer um bis zu 30%.

Extreme Antioxidans-Power

Mit bis zu 1800 mg Carotinoiden pro 100g gehört Sanddornöl zu den carotinoidreichsten Pflanzenölen weltweit. Die Kombination aus Beta-Carotin, Lycopin, Zeaxanthin und bis zu 200 mg Vitamin E neutralisiert aggressive Singulett-Sauerstoff-Radikale (besonders nach UV-Exposition) und schützt Zellmembranen vor Lipidperoxidation.

Tiefenhydration & Barriere-Reparatur

Das einzigartige Fettsäureprofil — insbesondere die Omega-3/6/7/9-Balance — imitiert die natürliche Lipidzusammensetzung der Hautbarriere. Omega-7 fördert die Ceramid-Synthese in der Epidermis, während Omega-3 transepidermalen Wasserverlust (TEWL) reduziert. Ideal für atopische Haut mit gestörter Barrierefunktion.

Anti-inflammatorische Wirkung

Alpha-Linolensäure (Omega-3) hemmt die Cyclooxygenase (COX) und reduziert die Bildung pro-inflammatorischer Prostaglandine. In klinischen Studien zeigte Sanddornöl signifikante Verbesserungen bei Rosazea, Neurodermitis und UV-induzierten Entzündungen — vergleichbar mit niedrig dosierten topischen Corticoiden, aber ohne Hautatrophie-Risiko.

Photo-Protektive Eigenschaften

Beta-Carotin fungiert als natürlicher UV-Absorber im blauen Lichtspektrum und reduziert DNA-Schäden durch freie Radikale. Zusätzlich verstärkt Vitamin C (in wasserextrahierten Sanddorn-Varianten) die Wirkung von Vitamin E — ein synergistischer Effekt, der die MED (Minimal Erythemal Dose) um bis zu 20% erhöhen kann. Keine Ersatz für Sonnenschutz, aber wertvolle Ergänzung!

Fettsäureprofil von Sanddornöl

Palmitoleinsäure (Omega-7)
15-40% (Fruchtfleischoel)
Palmitinsäure
20-35%
Ölsäure (Omega-9)
10-20%
Linolsäure (Omega-6)
5-10% (Fruchtfleisch), 30-40% (Kernöl)
Alpha-Linolensäure (Omega-3)
2-5% (Fruchtfleisch), 20-35% (Kernöl)
Stearinsäure
1-3%

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 1-5% in regenerierenden Seren und Gesichtsölen, 0.5-2% in Cremes und Lotions, bis zu 10% in intensiven Reparatur-Balms

Für wen ist Sanddornöl geeignet?

Trockene & geschädigte Haut

Die hohe Konzentration an Omega-7-Fettsäuren unterstützt den Wiederaufbau geschädigter Hautbarrieren und spendet intensive Feuchtigkeit ohne Okklusion.

Reife Haut

Carotinoide und Vitamin E stimulieren die Kollagensynthese, während Palmitoleinsäure die Zellerneuerung beschleunigt — ideal bei nachlassender Hautelastizität.

Empfindliche & gereizte Haut

Die entzündungshemmenden Eigenschaften von Omega-3 und Omega-7 beruhigen Rötungen und Irritationen, ähnlich wie in der TCM bei Ekzemen und Verbrennungen eingesetzt.

Sonnenstrapazierte Haut

Beta-Carotin und Vitamin E schützen vor oxidativem Stress durch UV-Strahlung und fördern die Regeneration nach Sonnenschäden (After-Sun-Pflege).

Narben & Wundheilung

Palmitoleinsäure beschleunigt die Epithelisierung und reduziert Narbenbildung — historisch bei Brandwunden und postoperativer Pflege verwendet.

Sanddornöl in deiner Routine

Serum-Booster (morgens/abends)

1-2 Tropfen pures Sanddornöl mit deinem Lieblings-Serum mischen oder direkt auf feuchte Haut auftragen. Besonders effektiv nach Vitamin-C- oder Retinol-Seren, da es Irritationen mildert.

Intensive Nachtpflege

Bei sehr trockener oder geschädigter Haut 3-5 Tropfen als letzten Schritt der Abendroutine auftragen. Die orangefarbene Färbung zieht ein — keine Sorge, das sind die Carotinoide! Tipp: Auf Kissenbezug achten, kann leicht abfärben.

After-Sun-Pflege

Nach Sonnenbaden oder UV-Exposition grosszügig auf betroffene Stellen tupfen (nicht reiben). Die Kombination aus Omega-7 und Antioxidantien lindert Rötungen und beschleunigt die Hautreparatur.

Narben- & Wundpflege

2x täglich auf verheilte Wunden, frische Narben (nach Epithelisierung) oder nach dermatologischen Eingriffen (Microneedling, Laser) auftragen. Klinische Studien zeigen Verbesserung der Narbenstruktur nach 8-12 Wochen regelmäßiger Anwendung.

Lagerung: Hoch oxidationsanfällig aufgrund des hohen Gehalts an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3, Omega-7). Nach Anbruch kuhl (unter 20°C), dunkel und luftdicht lagern. Haltbarkeit: 12-18 Monate ungeöffnet, 3-6 Monate nach Anbruch. Stabilisierung durch Zugabe von 0.1-0.5% Vitamin E (Tocopherol) empfohlen. Verfärbung von Orange zu Braun oder ranziger Geruch = Oxidation, nicht mehr verwenden.

RAU Cosmetics Produkte mit Sanddornöl

Häufige Fragen zu Sanddornöl

Warum ist Sanddornöl orange und färbt es die Haut?

Die intensive Orangefaerbung stammt von extrem hohen Carotinoid-Konzentrationen (bis zu 1800 mg/100g — mehr als in Karotten!). Diese fettlöslichen Pigmente ziehen in die Haut ein und werden metabolisiert, sodass keine dauerhafte Verfärbung entsteht. Allerdings kann es voriuebergehend zu einem leichten Gelbstich kommen, besonders bei sehr heller Haut. Tipp: Abends anwenden oder mit anderen Ölen verdünnen (1:3-Verhältnis).

Fruchtfleischoel vs. Kernöl — welches ist besser?

Fruchtfleischoel (aus dem orangefarbenen Fruchtmark) enthält viel Omega-7 (Palmitoleinsäure) und Carotinoide — ideal für Regeneration, Anti-Aging und Wundheilung. Kernöl (aus den Samen) ist reicher an Omega-6 (Linolsäure) und Omega-3 — besser für sehr trockene, atopische Haut. In hochwertigen Kosmetikprodukten wird oft eine Mischung aus beiden verwendet, um das volle Wirkspektrum zu nutzen.

Kann Sanddornöl Akne verschlimmern?

Trotz niedriger Komedogenität (Grad 1-2) kann Sanddornöl bei sehr öliger, zu Akne neigender Haut problematisch sein — nicht wegen Porenverstopfung, sondern weil Palmitoleinsäure die Talgproduktion anregen kann. Personen mit Seborrhoea oleosa sollten es sparsam dosieren (max. 1%) oder auf leichtere Öle wie Jojobaöl ausweichen. Bei entzündlicher Akne kann die anti-inflammatorische Wirkung jedoch Rötungen reduzieren.

Warum riecht Sanddornöl manchmal fischig?

Ein leicht fischiger Geruch entsteht, wenn das Öl oxidiert ist oder aus minderwertiger Pressung stammt. Frisches, kaltgepresstes Sanddornöl hat einen fruchtigen, leicht sauerlichen Duft. Die hohe Konzentration an ungesättigten Fettsäuren (Omega-3, Omega-7) macht es oxidationsanfällig — daher immer kuhl, dunkel und luftdicht lagern. Nach Anbruch innerhalb von 3-6 Monaten verbrauchen. Vitamin-E-Zusatz (Tocopherol) stabilisiert das Öl.

Ist Sanddornöl in der Schwangerschaft sicher?

Ja, topisch angewendet gilt Sanddornöl als unbedenklich. Die hohen Carotinoid-Werte (Provitamin A) sind NICHT mit Retinol (Vitamin A) gleichzusetzen — Carotinoide werden vom Körper nur bei Bedarf in Vitamin A umgewandelt und reichern sich nicht teratogen an. Trotzdem: Bei oraler Einnahme von Sanddorn-Supplements in der Schwangerschaft vorher Rücksprache mit Arzt halten (hohe Vitamin-C-Dosen können Wehen auslösen).

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